Landespräventionsrat Niedersachsen
CTC - communities that care

STEP
Systematisches Training für Eltern und Pädagogen
Effektivität wahrscheinlich

Programminformationen

Ziel

Förderung der Erziehungskompetenz im Umgang und in der Beziehungsgestaltung mit dem Kind, um dieses in seiner Entwicklung zu einem selbständigen, beziehungsfähigen Individuum zu fördern. Bildung von Erziehungs- und Bildungspartnerschaften zwischen Eltern und pädagogischem Personal in Kindertagesstätten, Schulen oder Institutionen der Erziehungshilfe, va. durch die parallele Durchführung von Elternkursen und Weiterbildungen für pädagogisches Personal in den jeweiligen Institutionen.

Zielgruppe

STEP Kurse für Eltern: Eltern mit Kindern bis zu 17 Jahren, differenziert nach Alter der Kinder; entsprechend Großeltern, Tagesmütter/-väter und Personenpflegeberechtigte;
STEP Weiterbildung für Erzieher/innen: Erzieher/innen, Leiter/innen von Kitas, Tagesmütter/-väter, Mitarbeiter in der Ganztagsschule;
STEP Fortbildung für Lehrer/innen: Lehrer/innen und Schulleiter/innen aller Schulformen;
STEP Weiterbildung für pädagogische Fachkräfte in der Erziehungshilfe: Pädagogen/Pädagoginnen in der ambulanten, teilstationären und stationären Erziehungshilfe.

Methode

Das pädagogische Konzept von STEP wurde auf der Grundlage der Individualpsychologie (A. Adler, R. Dreikurs) von den Ehe- und Familientherapeuten Dinkmeyer und McKay entwickelt. Die im Handbuch für Eltern behandelten Themen der Elternkurse (Wir lernen, uns und unser Kind besser zu verstehen; Unsere persönlichen Wertvorstellungen, Überzeugungen und Gefühle; Wir ermutigen unsere Kinder und uns selbst; Wir hören unseren Kindern zu und reden mit ihnen; Wir helfen unseren Kindern, zu kooperieren; sinnvolle Disziplin; und Was machen wir, wenn...?) werden in 10 wöchentlichen Treffen von den Kursleitern vermittelt, u.a. durch Kurzvorträge, themenspezifische Übungen, Fallbesprechungen in der Gruppe, Rollenspiel, Erfahrungsaustausch und Video-Darstellung von Beispielen. Die Eltern haben die Möglichkeit, sich nach Abschluss des Kurses bei sogenannten `Elterntreffs´ (fünf zweistündigen Treffen in ca. 6 Monaten) auch weiterhin mit Hilfe der STEP Strategie in Erziehungsfragen gegenseitig zu unterstützen. Andere Formate, z.B. Wochenendkurse, sind möglich.

Das Angebot der Elternkurse wurde für verschiedenen institutionelle Rahmenbedingungen der Erziehungshilfe ausdifferenziert ("STEP HZE plus" , "STEP - Tandem" - für Eltern und ihre Familienhelfer/innen, "STEP - Duo" - für psychisch erkrankte Eltern und ihre Begleiter/innen).

Seit 2009 werden auch Weiterbildungen für Erzieher/innen (mit der Möglichkeit zur Zertifizierung) und seit 2011 Fortbildungen für Lehrer/innen (insbesondere schulintern, oftmals als Teil der Schulentwicklungsprozesses) angeboten.

Material / Instrumente

STEP - Elternbuch: Die ersten 6 Jahre ; Kinder ab 6 Jahre ; Leben mit Teenagern (Beltz-Verlag),
STEP - Elternvideo / STEP - Das Buch für Erzieher/innen - Kinder wertschätzend und kompetent erziehen (Cornelsen Verlag) / STEP - Das Buch für Lehrer/innen - wertschätzend und professionell den Schulalltag gestalten (Beltz - Verlag)

Programmbeschreibung

Barbara Ehrlich (2011): STEP - Elterntraining. Wege zu erfüllten familiären Beziehungen, Kohlhammer

http://www.instep-online.de/

www.familienhandbuch.de

Ansprechpartner

InSTEP Weiterbildungsinstitut / InSTEP Trainernetzwerk Büro,Kreuzbergstraße 84, 40489 Düsseldorf, Tel. 0211 2006870, Fax. 0211 2007749, www.instep-online.de

Evaluation

Evaluation des STEP-Elterntrainings – Abschlussbericht der wissenschaftlichen Begleitforschung für den Zeitraum März 2005 bis Dezember 2006, Projektleitung: Prof. Dr. Klaus Hurrelmann, Autorinnen: Dr. Kordula Marzinzik, Dipl.-Psych. Sabine Kluwe. Universität Bielefeld, Januar 2007. http://www.instep-online.ch/pdf/abschlussbericht_step.pdf

Ab August 2006 förderte das BMBF die Evaluation von STEP im Rahmen der Präventionsforschung. Der Abschlussbericht wurde 2010 veröffentlicht: Susanne Hartung / Sabine Kluwe / Diana Sahrai (2010): Elternbildung und Elternpartizipation in Settings. Eine programmspezifische und vergleichende Analyse von Interventionsprogrammen in Kita, Schule und Kommune. Abschlussbericht, Bielefeld.

 
Das Programm wurde am 25.05.2011 in die Datenbank eingestellt
und zuletzt am 09.05.2014 geändert.
Kommentar der Programm-Verantwortlichen

Ergänzungen der Programmverantwortlichen über das ausdifferenzierte Programmangebot und Evaluationsergebnisse wurden am 04.05.2012 und am 11.05.2012 eingepflegt.


Umsetzung und Evaluation

Evaluation
Evaluationsmethode und Ergebnisse

USA: Systematic Training for Effective Parenting: 61 sehr unterschiedliche Evaluationsstudien zeigen insgesamt positive Auswirkungen auf die familiale Kommunikation und die Steuerung von Erziehungsprozessen.
D: Evaluation 1 (Marzinzik / Kluwe 2007): Pre-Post Befragung bei ausgewählten (51 bzw. 34) Teilnehmern in D (Follow-up nach drei Monaten mit 16 Teilnehmern) und bei einer Kontrollgruppe (72 bzw. 41 und 22), die ohne Interesse an einem Training waren: Teilnehmer berichteten eine Erhöhung der von ihnen selbst wahrgenommenen Erziehungskompetenz (ohne das Ausgangsniveau der Kontrollgruppe zu erreichen), erleben eine (nicht-signifikante) Steigerung der Qualität der Bindung zum Kind und der Zufriedenheit als Eltern. Problematisches Erziehungsverhalten (weitschweifige Diskussion mit den Kindern und Überreaktion auf Fehlverhalten) gehen bei den Teilnehmern signifikant stärker zurück als bei der Kontrollgruppe, der Rückgang bzgl. Nachgiebigkeit läßt sich nicht allein auf das Training zurückführen. Tendenzielle Verbesserungen ergeben sich auch bei der Wahrnehmung des Kindes, beim Verhalten in Konflikten und im respektvollen Umgang mit dem Kind.
Daneben gab es eine Pre-Post Befragung bei allen Teilnehmern (166 bzw. 140) während des Zeitraums August 2005 bis Januar 2006 zur Bedarfsangemessenheit des Trainings, das als entlastend und elterngerecht beschrieben wurde.
Evaluation 2 (Hartung / Kluwe / Sahrai 2010): Untersuchung der Fragestellung, inwieweit durch die Einbindung des Programms in bestehende Settings (Kita, Schule, Familienhilfe) Eltern aus sozial benachteiligten Lagen der Zugang erleichtert wird. Die Untersuchung fand viele Hinweise für positive Effekte bei der Erreichbarkeit benachteiligter Elterngruppen durch die Einbindung der Elternkurse in die "Regelstrukturen".

Konzeptqualität

Kriterien sind erfüllt

Evaluationsergebnisse
(überwiegend) positiv
Evaluationsniveau und Beweiskraft
2 Sterne, schwache Beweiskraft
Aufwand
mit (€) gekennzeichnete Posten erfordern finanzielle Leistungen an Externe

Kursgebühren (€); finanzielle Unterstützung durch karitative Organisationen (Caritas, Diakonie, AWO, etc.) oder Jugendämter, aber auch Stiftungen, etc. wenn notwendig

erforderliche Kooperationspartner

InSTEP Weiterbildungsinstitut / InSTEP Trainernetzwerk Büro, Düsseldorf

Zeit bis zu erwartbaren Auswirkungen auf Risiko- bzw. Schutzfaktoren
Unterstützung bei der Umsetzung

Kurzsteckbrief der Antworten des Programmanbieters auf eine Umfrage des Landespräventionsrates Niedersachsen. Weitere Informationen folgen.


Erfahrungen mit dem Programm

Programm probiert in
in den USA seit 1976 vielfach eingesetzt, in D seit 2001 bundesweit verfügbar, u.a. LK Göttingen ("STEP-Tandem") und Stadt Celle. bzw. Hamburg (Elternkurse und professionelle Weiterbildungen in Kitas, Schulen, HzE Bereich), Viersen/NRW („STEP Duo“), Köln - Kinderheime (Elternkurse und die Weiterbildung für pädagogische Fachkräfte im HzE Bereich).
Programm aufgenommen in anderen Datenbanken, best-practice-Listen o.ä.

Datenbank „National Registry of Evidence-based Programs and Practices“ von U.S. Department of Health and Human Services, Substance Abuse and Mental Health Services Administration:
http://www.nrepp.samhsa.gov/


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