Landespräventionsrat Niedersachsen
CTC - communities that care

FuN
Familie und Nachbarschaft - ein Modell zur Kooperation und Vernetzung familienbezogener Arbeit im Stadtteil
Effektivität theoretisch gut begründet

Programminformationen

Ziel

Verbesserung und Verbreiterung von Elternarbeit, insbesondere bildungsungewohnte und sozialbenachteiligte Familien und Familien mit Migrationshintergrund mit Kindern im Alter von 3 bis 12 Jahren anzusprechen, Förderung der Elternkompetenz, Stärkung des inneren Zusammenhalts der Familie und die Stärkung der Familie in ihrem sozialen Umfeld.

Zielgruppe

ausgewählte Familien mit Unterstützungsbedarf, bildungsungewohnte und soziokulturell benachteiligte Familien und Familien mit Migrationshintergrund, Kindertagesstätten und Schulen und andere Einrichtungen, die mit Kindern im Alter von 3 bis 12 Jahren arbeiten

Methode

Das FuN-Programm ist ein Familienbildungsprogramm zur Förderung der Elternkompetenz. Durch das Programm wird ein gemeinsamer Lern- und Erfahrungsort für Eltern mit ihren Kindern geschaffen. Es lebt von schnellen Wechseln und von Wiederholungen. Acht Wochen lang treffen sich die Familien im wöchentlichen Rhythmus und lernen voneinander und durch die Struktur des Programms. FuN spricht besonders die Eltern an und bestärkt sie in ihrer Bedeutung für das Familienleben: Die Eltern erklären ihren Kindern die Spielregeln, geben kleine Aufträge an die Kinder weiter und sorgen dafür, dass alle mitmachen; dabei werden sie durch intensives Coaching unterstützt. Diese Erfahrungen stärken die innere Struktur der Familie. Hinzu kommen die Eindrücke, die die Familien von den anderen Familien haben und der Austausch von Erfahrungen. Die Familien lernen: "Familienleben ist nicht leicht!", "Nicht nur wir haben unsere Schwierigkeiten damit!" und "Wir können viel voneinander lernen!" Dies stärkt die Stellung der Familie im sozialen Umfeld und den Kontakt und die Beziehungen zu anderen Familien.

In der auf die Programmphase folgenden Selbstorganisationsphase werden die Selbsthilfepotentiale der Familien gefördert und gefordert. Als Familienselbsthilfegruppe oder als selbstorganisierter Familienkreis sind weitere Projekte vorstellbar, die sich auf das soziale Leben im Stadtteil positiv auswirken können. In Stadtteilen mit einem hohen Anteil von Mitbürgern aus anderen Kulturen wird die Zusammenarbeit mit Migrantenorganisationen, Kulturvereinen und anderen Einrichtungen mit integrativen Konzepten angestrebt.

Das Programm FuN setzt auf konkrete Erfahrungen von Eltern und Kindern und nicht so sehr auf die sprachliche Verarbeitung und Vermittlung. FuN will damit auch Familien erreichen, die eher durch neue Erfahrungen als durch gedankliche und sprachliche Auseinandersetzung lernen. FuN spricht Familien unabhängig von ihrem sozialen und kulturellen Status an. Sie werden persönlich eingeladen und zur Teilnahme motiviert. Die starke Orientierung an konkreten Erfahrungen bietet insbesondere Familien mit Migrationshintergrund die Chance, sich mit ihren eigenen Erfahrungen und deren Hintergründen an dem Programm zu beteiligen. Für diese Familien entwickelt FuN ein hohes Mass an Integrationskraft. Auch in Wohngebieten mit einem großen Anteil benachteiligter Familien eignet sich FuN als eine Form der Elternarbeit von Kindertageseinrichtungen.

Die FuN-Teams sind multiprofessionell zusammengesetzt. Eine Erzieherin aus der Tagesstätte, in der die Kinder sind, deren Eltern für das Programm geworben werden sollen, arbeitet mit einer/m KollegIn aus einer familienbezogenen Einrichtung im Stadtteil, z. B. einer Familienbildungsstelle und nach Möglichkeit mit einer/m Kollegin aus dem Allgemeinen Sozialen Dienst des Jugendamtes zusammen. Aus der Sicht der Familien bietet dies den Vorteil, die unterstützenden Hilfen verschiedener Einrichtungen niedrigschwellig vermittelt zu bekommen. Der Kontakt zur Kollegin aus der Familienberatungsstelle oder zum Kollegen aus dem ASD erleichtert den Zugang. Die bisher anonymen Institutionen bekommen Gesichter und Vorurteile werden infrage gestellt. Das FuN-Programm ist daher ein Baustein zur Entwicklung von pädagogischen Einrichtungen für Kinder hin zu Familien- und Nachbarschaftszentren.

Die FuN-Qualifizierung umfasst ein viertägiges Seminar zu Inhalten und Methodik des Programms, Teamentwicklung, Förderung der familienpädagogischen Kompetenzen und der Planung der Praxisphase mit den Familien. Die Durchführung des FuN-Programms (3 Stunden pro Woche) mit den Familien vor Ort und die Begleitung der selbstorganisierten FuN-Familiengruppe (6x) in Einrichtungen im Sozialraum wird unterstützt durch die Teilnahme am praxisbegleitenden Beratungs- und Supervisionsangebot für die Teams durch die TrainerInnen und die Mitwirkung bei der Evaluation des FuN-Programms sowie eine Auswertungsveranstaltung.

Material / Instrumente

Werbe- und Arbeitsmaterialien (siehe unten).

Programmbeschreibung

http://www.praepaed.de/die-idee.html


weiteres Material:

FuN-Familie-Flyer, FuN-Baby-Flyer, FuN-Beruf-Flyer, FuN-Wandplakat, FuN-DVD, FuN-Buttons, FuN-Bilderbuch,  FuN-Familie-Materialmappe incl. CD, FuN-Beruf-Materialmappe incl. CD, FuN-Baby-Materialmappe incl. CD,

online bestellbar unter: http://www.praepaed.de/274.html

Ansprechpartner

PraePaed Institut, Bernd Brixius, Marientalstr. 78, 48149 Münster, Telefon: 0251 37164, Bernd.Brixius@praepaed.de,Birgit Piltman, Blomberger Str. 137c, 32760 Detmold, Telefon: 05231 569123, Birgit.Piltman@praepaed.de

Evaluation

Tschöpe-Scheffler, S. (2006): Konzepte der Elternbildung - eine kritische Übersicht, Verlag Barbara Budrich.

 
Das Programm wurde am 25.05.2011 in die Datenbank eingestellt
und zuletzt am 16.09.2015 geändert.
Kommentar der Programm-Verantwortlichen

Änderungsvorschläge gemäß Email vom 30. 6. am 30. 6. eingepflegt.


Umsetzung und Evaluation

Evaluation
Evaluationsmethode und Ergebnisse

Literaturanalyse und zusätzliche Hospitation in einzelnen Kursen bzw. Befragungen der Kursleiter/innen sowie Eltern. Die Evaluation wurde von der Fachhochschule Köln durchgeführt.

Konzeptqualität

Kriterien sind erfüllt

Evaluationsergebnisse
(überwiegend) positiv
Evaluationsniveau und Beweiskraft
0 Sterne, keine Beweiskraft
Aufwand
mit (€) gekennzeichnete Posten erfordern finanzielle Leistungen an Externe

Trainerqualifikation (€), externe Trainer (€), Durchführung des Programms, Begleitung der teilnehmenden Familien, Supervision und Evaluation, Werbe- und Arbeitsmaterialien (€).

erforderliche Kooperationspartner

PraePaed Institut, 48149 Münster

Zeit bis zu erwartbaren Auswirkungen auf Risiko- bzw. Schutzfaktoren
Unterstützung bei der Umsetzung

Kurzsteckbrief der Antworten des Programmanbieters auf eine Umfrage des Landespräventionsrates Niedersachsen. Weitere Informationen folgen.


Erfahrungen mit dem Programm

Programm probiert in
Es gibt in Deutschland 12 TrainerInnen, die bislang bundesweit etwa 5000 Fachkolleginnen qualifiziert haben.
Programm aufgenommen in anderen Datenbanken, best-practice-Listen o.ä.

Suchzugänge

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