Landespräventionsrat Niedersachsen
CTC - communities that care

EFFEKT
Entwicklungsförderung in Familien: Eltern- und Kinder-Training
Effektivität nachgewiesen

Programminformationen

Ziel

Förderung von Erziehungskompetenzen der Eltern sowie der sozialen Kompetenz der Kinder

Zielgruppe

Eltern von Kindern im Alter von drei bis zehn Jahren, Kinder im Alter von vier bis sieben Jahren, eigene Versionen für Grundschulkinder (Training im Problemlösen TIP), für emotional belastete Eltern (EFFEKT-E) und Familien mit Migrationshintergrund (EFFEKT Interkulturell) sowie ein Onlinekurs / e-learning (IMPACT).

Methode

EFFEKT besteht aus einem Elternkurs „Förderung von Erziehungskompetenzen“ und einem Kinderkurs "Ich kann Probleme lösen" (IKPL).
Ersterer behandelt u.a. folgende Fragen: Wie können Eltern das Selbstvertrauen ihres Kindes stärken? Wie können Aufforderungen effektiv gestellt werden? Wie erklären die Eltern klare Regeln? Wie können sie mit schwierigen Erziehungssituationen umgehen? Wie kann Stress in der Erziehung besser bewältigt werden? Wie können Eltern die Freundschaften ihres Kindes am besten unterstützen? Der Elternkurs umfasst fünf Gruppensitzungen von 90 bis 120 Minuten, die im Kindergarten oder in der jeweiligen Institution stattfinden. Die Inhalte werden von den Kursleitern in Vorträgen, Gruppendiskussionen mit Erfahrungsaustausch, Rollenspielen, Hausarbeiten u.a. vermittelt. Zu jedem Termin bekommen die Eltern ausführliche Materialien. Die Kinder lernen, Gefühle bei sich selbst und anderen wahrzunehmen, Gründe für das Verhalten anderer zu erkennen und Folgen des eigenen Verhaltens einzuschätzen. Zudem werden sie darin geschult, Lösungen für Konflikte mit anderen zu entwickeln und diese zu bewerten.
Das Kindertraining umfasst 15 Kurseinheiten von 45 bis 60 Minuten. Die Inhalte werden von den Kursleitern durch Handpuppen, Sing- und Bewegungsspiele, Bildvorlagen (auch zum Ausmalen), Rollenspiele, Frage-Antwort-Runden u.a. vermittelt. Die Kinder erhalten zusätzlich Mappen zum Sammeln der Bildvorlagen, Buttons, Mützen und Fingerpuppen.
EFFEKT® Interkulturell: Für Familien mit Migrationshintergrund wurde das Training adaptiert, die Anpassungen betreffen sowohl sprachliche als auch inhaltliche Aspekte. Der Elternkurs wurde um eine Einheit mit den Themen Werte, Zweisprachigkeit und "Wir und die Anderen" ergänzt und umfasst sechs Gruppensitzungen, die ebenfalls zwischen 90 und 120 Minuten dauern. Es wurde darauf geachtet, den Kurs sprachlich zu vereinfachen und es den Eltern noch häufiger zu ermöglichen, die Inhalte des Kurses in praktischen Übungen umzusetzen. Die Materialien für die Eltern zeichnen sich durch weniger Text, mehr Beispiele und mehr Illustrationen aus. Die Veränderungen des Kinderkurses betreffen vor allem die Vereinfachung hinsichtlich der Komplexität der Inhalte und der verwendeten Sprache. Komplexere Einheiten wurden zugunsten von mehr spielerischen und Bewegungselementen verändert.
Trainer-Fortbildung: Die Fortbildung richtet sich an Mitarbeiter in sozialen Berufen mit einer qualifizierten Berufsausbildung und besteht aus einem viertägigen Seminar (maximal 20 Teilnehmern). Die Inhalte, Umsetzung und Ziele des Eltern- und des Kindertrainings werden durch Kurzvorträge, Videoabschnitte sowie Praxisübungen in Kleingruppenarbeit vermittelt. Jeder Teilnehmer erhält nach erfolgreichem Abschluss ein Zertifikat, das ihn zur eigenständigen Durchführung der Präventionskurse berechtigt. Des Weiteren verpflichten sich die Teilnehmer zu einer abschließenden Dokumentation, die das Zurücksenden vorgesehener Evaluationsbögen mindestens eines Eltern- und Kinderkurses an das Institut für Psychologie der Universität Erlangen-Nürnberg beinhaltet.

Eine Online-Version des Elterntrainings (Improving Parenting Competencies - IMPACT) wird derzeit mit Unterstützung der EU in Deutschland, Finnland, Rumänien und der Türkei eingesetzt. Durch IMPACT soll auch ein virtuelles Netzwerk ermöglicht werden, das (unterstützt durch geschulte Trainer) den Austausch unter den Eltern fördert. Ergebnisse kontrollierter Wirkungsevaluationen liegen noch nicht vor.

Das "Training im Problemlösen" (TIP) richtet sich an Grundschüler der 2. und 3. Klasse, es ist eine Adaptation von PATHS (PFADE) und zielt auf die Förderung von Selbstkontrolle, Problemlösefertigkeiten und emotionaler Aufmerksamkeit. Es besteht aus 20 Einheiten, die in 10 Doppelstunden angeboten werden. Eine Evaluation ergab, dass noch nach einem Jahr die trainierten Kinder signifikant weniger Verhaltesprobleme und mehr prosoziales Verhalten zeigten als die Kinder der Kontrollgruppe.  

Material / Instrumente

Manuale, Handpuppen und Bildvorlagen für die Trainer, Kursmaterial für die Eltern (Die Elternbriefe liegen in mehreren Sprachen vor), Mappen zum Sammeln der Bildvorlagen, Buttons, Mützen und Fingerpuppen für die Kinder.

Programmbeschreibung

Beelmann, A., Jaursch, S., Lösel, F., Stemmler, M. (2006): Frühe universelle Prävention von dissozialen Entwicklungsproblemen. Implementation und Wirksamkeit eines verhaltensorientierten Elterntrainings. Praxis der Rechtspsychologie, 120 – 133.

Lösel, F., Runkel, D., Beelmann, A., Jaursch, S., Stemmler, M. (2008): Das Präventionsprogramm EFFEKT: Entwicklungsförderung in Familien: Eltern- und Kinder-Training (EFFEKT) in Bundesministerium des Innern (Hrsg.): Theorie und Praxis des gesellschaftlichen Zusammenhalts – Aktuelle Aspekte der Präventionsdiskussion um Gewalt und Extremismus. Berlin, BMI, 199 – 219.


www.effekt-training.de

 

weiteres Material: EFFEKT-Fortbildung, EFFEKT-Koffer, EFFEKT-Manuale, EFFEKT-Kursmaterial

Ansprechpartner

Mariann Schwaß, Universität Erlangen, Lehrstuhl für Psychologische Diagnostik, EFFEKT-Fortbildungen,  Bismarkstr. 6, 91054 Erlangen, Tel. 09131 8522 795, effekt@fau.de

Evaluation

Lösel, F., Beelmann, A., Stemmler, M. und Jaursch, S. (2006). Prävention von Problemen des Sozialverhaltens im Vorschulalter. Evaluation des Eltern- und Kindertrainings EFFEKT®. Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie, 35, 127-139.

Hacker, S., Lösel, F., Stemmler, M., et al., (2007) Training im Problemlösen (TIP): Implementation und Evaluation eines sozial-kognitiven Kompetenztrainings für Kinder. Heilpädagogische Forschung, 23, 11 - 21.

Problemverhalten
 
Das Programm wurde am 25.05.2011 in die Datenbank eingestellt
und zuletzt am 13.02.2015 geändert.
Kommentar der Programm-Verantwortlichen (14.07.2011)

Neue Kontaktdaten eingepflegt, Alkohol und Drogenmissbrauch als Problemverhalten gestrichen am 14. 7. 2011.
Hinweise auf IMPACT und TIP ergänzt (Methode und Evaluation) am 25. 4. 2012.


Umsetzung und Evaluation

Evaluation
Evaluationsmethode und Ergebnisse

Teilweise randomisierte Studie mit parallelisierten „Zwillingen“ in der Trainings- und Kontrollgruppe, Verhaltensbeurteilungen durch Eltern und Erzieherinnen vor und 3 Monate nach dem Training, Auswertung unter Berücksichtigung der Unterschiede in den Ausgangswerten (TG ./. KG). Weitere Erhebung ein Jahr nach dem Training (Beurteilung durch die Erzieherinnen oder Auswertung der Grundschulzeugnisse, letztere wird fortgesetzt). Gesonderte Untersuchung in „Brennpunkt-Kindergärten“ und Nachuntersuchung 4 bis 5 Jahre nach dem Training noch nicht veröffentlicht.

Konzeptqualität

Kriterien sind erfüllt

Evaluationsergebnisse
(überwiegend) positiv
Evaluationsniveau und Beweiskraft
5 Sterne, sehr starke Beweiskraft
Aufwand
mit (€) gekennzeichnete Posten erfordern finanzielle Leistungen an Externe

Fortbildung für Mitarbeiter in sozialen Berufen (€); Elternkurs (5-6 Abende), Kindertraining (15 Einheiten zu ca. 1 Stunde), Kursmaterial (€)

erforderliche Kooperationspartner

Erzieherinnen, Träger, Eltern

Zeit bis zu erwartbaren Auswirkungen auf Risiko- bzw. Schutzfaktoren
Unterstützung bei der Umsetzung

Kurzsteckbrief der Antworten des Programmanbieters auf eine Umfrage des Landespräventionsrates Niedersachsen. Weitere Informationen folgen.


Erfahrungen mit dem Programm

Programm probiert in

Über 300 Einrichtungen bundesweit, darunter in: 30169 Hannover (Ev. Familienbildungsstätte, DRK Familienbildungsstätte), 30175 Hannover (DRK), 30419 Hannover (Kath. Familienbildungsstätte), 37073 Göttingen (Ev. Familienbildungsstätte), 26871 Aschendorf (Familienzentrum St. Amandus), 26871 Papenburg (Kita David und Familienzentrum, Kita St. Raphael, Kita St. Franziskus, Kita St. Michael und Familienzentrum), 49716 Meppen (Frühförderung u. Entwicklungsberatung, Kindernetz Emsland), 49751 Sögel (Familienzentrum St. Jakobus)

Programm aufgenommen in anderen Datenbanken, best-practice-Listen o.ä.

Blueprint - Promising Programs, Effekt- Kinderkurs (I Can Problem Solve): http://www.colorado.edu/cspv/blueprints/promisingprograms.html


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