Landespräventionsrat Niedersachsen
CTC - communities that care

Familienhebammen - eine Chance für Kinder
Effektivität theoretisch gut begründet

Programminformationen

Ziel

Fördern der Mutter-Kind-Bindung insbesondere in belasteten Familien,
frühzeitiges Erkennen und Beseitigen von Risikofaktoren für Kindesmisshandlung und -vernachlässigung,
Weiterbilden von Hebammen in sozialrechtlichen und sozialpflegerischen Belangen sowie hinsichtlich ihrer Kommunikations- und Konfliktfähigkeit,
Intervenieren bei Anzeichen von Kindesvernachlässigung oder manifester Gefährdung des Kindeswohls.

Zielgruppe

Minderjährige / alleinstehende oder vereinsamte / überforderte / unerfahrene Schwangere und Mütter, Schwangere und Mütter in schwierigen sozialen / psychosozialen Lebenssituationen oder mit problematischer Lebensgeschichte (Gewalterfahrung, Suchtkrankheit, Depression).

Methode

Aufsuchende Betreuung zur Unterstützung und Stabilisierung sozial benachteiligter Mütter durch entsprechend qualifizierte Hebammen während der Schwangerschaft und des ersten Lebensjahres des Kindes in intensiver Zusammenarbeit mit dem Jugendamt.

Beratung und Entlastung der Familienhebammen im Umgang mit den Klientinnen und deren Problemlagen durch die Sozialarbeiterinnen des Jugendamtes (Koordinatorinnen).

Programmbeschreibung

Windorfer, A., (2009) Prävention von Kindesvernachlässigung duch aufsuchende Arbeit von Familienhebammen. Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie, 58, S. 368 - 383.

Windorfer, A., (2011) Der Einsatz von Familienhebammen im System der Frühen Hilfen - ihre Rolle und ihre Aufgaben. Frühe Kindheit 0311, S.20 - 27.

Ansprechpartner

Prof. Dr. A. Windorfer, Stiftung "Eine Chance für Kinder", Rühmkorffstraße 1, 30163 Hannover, info@eine-chance-fuer-kinder.de

Evaluation

Institut für Entwicklungsplanung und Strukturforschung GmbH an der Universität Hannover, Lister Straße 15, 30161 Hannover, www.ies.uni-hannover.de:
Johanna Zierau & Irla-Mareen Gonzales-C. (2005) Modellprojekt Aufsuchende Familienhilfe für junge Mütter - Netzwerk Familienhebammen - Ergebnisse der Evaluation.

 
Das Programm wurde am 01.03.2012 in die Datenbank eingestellt
und zuletzt am 19.08.2014 geändert.
Kommentar der Programm-Verantwortlichen

Rückfrage über die Einstufung am 07.03.2012


Umsetzung und Evaluation

Evaluation
Evaluationsmethode und Ergebnisse

Befragung von 590 Teilnehmerinnen zur Veränderung der Problemlagen, Dokumentation des Zugangs zur Zielgruppe, der Dauer, Thematik und Intensität der Betreuung und der Weitervermittlng an andere Hilfsorganisationen. Keine Vergleichsgruppe, kein Follow-up.
Die (gewöhnlich schwer zugängliche) Zielgruppe wurde erreicht, bei 80 % der Betreuten wurde eine Verbesserung der Ausgangssituation beobachtet, insbesondere ein Abbau von Überforderung und Ängsten, eine Verbesserung des Wissens der Mütter, der gesundheitlichen Situation und der Mutter-Kindbeziehung sowie der pflegerischen Versorgung des Kindes. Darüberhinaus gelang häufig die Weiterleitung der Klientinnen and reguläre Hilfestrukturen.

Konzeptqualität

Konzept-Kriterien sind erfüllt

Evaluationsergebnisse
Überwiegend positiv
Evaluationsniveau und Beweiskraft
0 Sterne, Zielerreichungs- und Teilnehmer-Zufriedenheits-Messung, Qualitäts-Sicherungsstudie, keine Beweiskraft
Aufwand
mit (€) gekennzeichnete Posten erfordern finanzielle Leistungen an Externe

selbstfinanzierte Fortbildung der Hebammen (400 Stunden) zur staatlich anerkannten Familienhebamme, eine halbe Stelle für eine Sozialpädagogin beim Jugendamt als Koordinatorin, Entgelt für den Einsatz der Familienhebammen auf Stundenbasis.

erforderliche Kooperationspartner

Jugendämter, staatlich anerkannte Familienhebammen

Zeit bis zu erwartbaren Auswirkungen auf Risiko- bzw. Schutzfaktoren
Unterstützung bei der Umsetzung

Kurzsteckbrief der Antworten des Programmanbieters auf eine Umfrage des Landespräventionsrates Niedersachsen. Weitere Informationen folgen.


Erfahrungen mit dem Programm

Programm probiert in
Niedersachsen (2/3 aller Jugendämter), vereinzelt in Berlin, Hamburg, Hessen, im Saarland und in Schleswig-Holstein.

Insgesamt sind bisher über 800 Hebammen ausgebildet worden.

Suchzugänge

Schutzfaktoren
Programmtyp
Institutionen
Geschlecht
Alter der Zielgruppe
0 1 
sonstige Zielgruppenspezifikationen
junge, insbesondere minderjährige sozial mehrfach benachteiligte Mütter

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