Landespräventionsrat Niedersachsen
CTC - communities that care

wellcome
Praktische Hilfe für Familien nach der Geburt
Effektivität wahrscheinlich

Programminformationen

Ziel

Praktische Hilfe durch Ehrenamtliche für junge Familien nach der Geburt; Netzwerk zwischen sozialen Einrichtungen, Hebammen, Entbindungsstationen und Kinderärzte; Lotsenfunktion für Familien bei Angeboten der "Frühe Hilfen" durch fachlich ausgebildete wellcome-Koordinatorin.

Zielgruppe

Familien, die in der ersten Zeit nach der Geburt Unterstützung brauchen oder besonders belastet sind (z.B. bei Mehrlingsgeburten oder als Alleinerziehende) und keine bezahlte Hilfe von Pflegediensten oder unbezahlte Hilfe von Angehörigen oder Freunden bekommen.

Methode

wellcome wird als moderne Form der Nachbarschaftshilfe über eine gemeinnützige GmbH in Kooperation mit lokalen Kinder- und Jugendhilfeträgern angeboten, die aus

- einer örtlichen professionellen Koordinatorin (Gewinnen und Betreuen der Ehrenamtlichen, Vermittlung der Kontakte zwischen Familien und Ehrenamtlichen, Beratung über weitere Hilfeangebote),

- einer vom örtlichen Träger angestellten Leiterin (Öffentlichkeitsarbeit und Finanzen) und

- 10 bis 15 Ehrenamtlichen besteht, die für einige Monate ca. zweimal pro Woche für zwei bis drei Stunden bei der Betreuung des oder der Babys helfen, mit den Geschwistern spielen u.ä. Aufgaben übernehmen.

Neben den örtlichen Teams gibt es eine Regional- oder Landeskoordination und eine Bundesgeschäftsstelle.

Programmbeschreibung
Ansprechpartner

Rose Volz-Schmidt, wellcome gGmbH, Hoheluftchausssee 95, 20253 Hamburg, Tel. 040 226 229 720, Rose.Volz-Schmidt@wellcome-online.de

Evaluation

Prof. Dr. Stefan Stürmer & Dr. Roman Trötschel, Christian-Albrechts-Universität, Institut für Psychologie (2006) wellcome - praktische Hilfe für Familien nach der Geburt (Teilbericht 1: Deskriptive Merkmale der Klientinnen und ihrer Familien, Motivation zur Nutzung von wellcome und Wirksamkeitsanalysen; Teilbericht 2: Die ehrenamtlichen wellcome-Mitarbeiterinnen: Soziodemographischer Hintergrund, individuelle Motive, Erfahrungen und Wahrnehmung der organisationalen Betreuung)

 
Das Programm wurde am 07.03.2012 in die Datenbank eingestellt
und zuletzt am 11.05.2015 geändert.
Kommentar der Programm-Verantwortlichen

Kontaktdaten und Angaben zur Verbreitung und zu best-practice-Listen aktualisiert; Liste der Problemverhaltensweisen ergänzt am 19.4.2012; Überarbeitung Formulierungen am 14.09.2012, Aktualisierungen 22.11.2012, Aktualisierung Verbreitung 11.05.2015


Umsetzung und Evaluation

Evaluation
Evaluationsmethode und Ergebnisse

Prä-Post-Design mit zwei Befragungen (halb-strukturierte Interviews) von 25 Projektteilnehmerinnen (Post-Messung nur noch 19) und einer Vergleichsgruppe von 25 nicht teilnehmenden Müttern zur Beschreibung der Klientinnen und ihrer Familien, zu den Motiven für die Nutzung von wellcome und zu den wahrgenommenen Effekten der erhaltenen Unterstützung und der subjektiven Zufriedenheit mit dieser.
Die Klientinnen leben überwiegend in geregelten Verhältnissen, haben ein überdurchschnittliches Bildungsniveau und sind im Schnitt Mitte 30, schneiden aber sozio-emotional schlechter ab als die Vergleichsgruppe und fühlen sich stärker belastet. Familiäre Überlastung und Erschöpfung waren die wesentlichen Gründe für die Nutzung von wellcome. Die Teilnehmerinnen berichten von einer deutlichen Entlastung und waren mit der erhaltenen Unterstützung zufrieden, was sich möglicherweise auch günstig auf die Mutter-Kind-Beziehung auswirkt.

Konzeptqualität

Konzeptkriterien sind erfüllt

Evaluationsergebnisse
überwiegend positiv
Evaluationsniveau und Beweiskraft
Vorher-Nachher-Messung mit Kontrollgruppe in der Praxis (Teilnehmerzufriedenheit), 2 Sterne, vorläufige Beweiskraft
Aufwand
mit (€) gekennzeichnete Posten erfordern finanzielle Leistungen an Externe

Versicherungsschutz, Fahrtkostenerstattung, Begleitung und Fortbildung der Ehrenamtlichen, Jahresetat von 8000 bis 10000 € pro Standort, Kosten der Standort-Koordinatorin (5 Wochenstunden für 15 Ehrenamtliche) sind in dem Jahresetat enthalten.

Gebühr bis zu 5 € pro Stunde für die Familien, individuelle Ermäßigungen sind unbürokratisch möglich (über 50% der Einsätze werden ermäßigt).

erforderliche Kooperationspartner

wellcome gGmbH, Beratungsstellen, Familienbildungsstätten u.ä. als Träger der lokalen Teams

Zeit bis zu erwartbaren Auswirkungen auf Risiko- bzw. Schutzfaktoren
Unterstützung bei der Umsetzung

Kurzsteckbrief der Antworten des Programmanbieters auf eine Umfrage des Landespräventionsrates Niedersachsen. Weitere Informationen folgen.


Erfahrungen mit dem Programm

Programm probiert in
Ende 2014 in 15 Bundesländern 250 Teams mit über 4.500 Ehrenamtlichen und über 17.500 erreichten Familien; weitere Eröffnungen und Standorte in Planung. 2015 Eröffnung der ersten wellcome-Standorte in Österreich und der Schweiz.
Programm aufgenommen in anderen Datenbanken, best-practice-Listen o.ä.

u.a. Ehrenpreis der Deutschen Familienstiftung 2008, Projektpreis des transatlantischen Ideenwettbewerbs USable 2006 der Körber-Stiftung
Best-practice Liste "Familien mit Zukunft"
"Empfohlenes Projekt" in der Phineo-Datenbank


Suchzugänge

Risikofaktoren
Programmtyp
Geschlecht
Alter der Zielgruppe
0 1 
sonstige Zielgruppenspezifikationen
Familien, die sich in der ersten Zeit nach der Geburt Unterstützung wünschen

Programm als PDF exportieren