Landespräventionsrat Niedersachsen
CTC - communities that care

Trampolin
Kinder aus suchtbelasteten Familien entdecken ihre Stärken
Effektivität nachgewiesen

Programminformationen

Ziel

Kinder aus suchtbelasteten Familien sollen effektive Stressbewältigungsstrategien erlernen, psychische Entlastung erfahren, Wissen über die Wirkung von Suchtmitteln erwerben, ihr Selbstwertgefühl steigern und erfahren, dass sie auf ihre Situation Einfluss nehmen können.
Die Eltern sollen für die Bedürfnisse der Kinder und die Auswirkungen der Sucht auf die Kinder sensibel gemacht werden, mehr Vertrauen in ihre Fähigkeiten als Eltern gewinnen und motiviert werden, weitere Hilfen in Anspruch zu nehmen.

Zielgruppe

8- bis 12-jährige, deutschsprachige Kinder aus suchtbelasteten Familien (in Ausnahmefällen auch 7- und 13-Jährige)

Methode

Standardisierte, strukturierte, modularisierte, wissenschaftlich erprobte Kurzzeitintervention:

9 Module zu 1,5 Stunden pro Woche für 5 bis 8 Kinder mit festen Strukturen und Ritualen (1: vertrauensvolle Gruppenatmosphäre schaffen, 2: Selbstwert fördern, 3: über Sucht in der Familie reden, 4: Informationen zum Thema Sucht, 5: adäquaten Umgang mit Emotionen fördern, 6: Probleme lösen und Selbstwirksamkeit erhöhen, 7: Verhaltensstrategien in der suchtbelasteten Familie erlernen, 8: Hilfe und Unterstützung einholen, 9: positives Abschied nehmen. Ein Einverständnis der Eltern ist erforderlich.

Die Module umfassen Gespräche, Rollenspiele, Fantasie-Reisen, Entspannungsübungen, Bewegungs-, Interaktions- und Kommunikationsspiele, Malangebote und das Erzählen von Geschichten.

Je 1 Modul vor und nach dem Kurs für die Eltern mit Informationen zum Kurs, Stärkung der Elternrolle, Sensibilisierung für die Situation der Kinder und Hinweisen auf Hilfemöglichkeiten.

Material / Instrumente

Manual und Schulung für die Kursleiter

Programmbeschreibung
Ansprechpartner

Kontakt zu den Programmentwicklern unter info@projekt-trampolin.de

Evaluation

Moesgen, D., Schaunig-Busch, I.,Bröning, S., Ruths, S., Pflug, E., Thomasius und R., Klein, M. (2012).Trampolin - Konzeption und Evaluation eines modularen Präventionskonzeptes für Kinder aus suchtbelasteten Familien. Eine prospektive randomisiert-kontrollierte Multicenter-Studie

Bröning et al. BMC Public Health 2012. Targeting children of substance-using parents with the community-based group intervention TRAMPOLINE: A randomised controlled trial -design, evaluation, recruitment issues

Evaluationsstudie und weitere Infos erhältlich auf der Webseite der Drogenbeauftragten der Bundesregierung.

 
Das Programm wurde am 14.07.2014 in die Datenbank eingestellt
und zuletzt am 29.03.2017 geändert.

Umsetzung und Evaluation

Evaluation
Evaluationsmethode und Ergebnisse

RCT mit follow up nach 6 Monaten. Setting für „Trampolin“ waren ambulante Beratungsstellen der Sucht-, Jugend-, Familien- und Selbsthilfe. Das Programm wude an 27 ausgewählten Projektstandorten im gesamten Bundesgebiet an N = 218 Kindern im Durchschnittsalter von 9.79 Jahren evaluiert. Zur Überprüfung der Wirksamkeit der entwickelten Präventionsmaßnahme wurde ein prospektiv randomisiert kontrolliertes Untersuchungsdesign mit drei Messzeitpunkten (t1 = Eingangserhebung, t2 = Abschlusserhebung, t3 = Katamnese) gewählt.

Die Zuteilung auf die Interventionsgruppe IG (spezifische Intervention) und die Kontrollgruppe KG (suchtunspezifische Intervention) erfolgte randomisiert. Die IG (130 Kinder) erhielt die neu entwickelte modulare Präventionsmaßnahme „Trampolin“. In der KG (88 Kinder) fand eine suchtunspezifische Intervention (manualisierte Spielgruppe) im gleichen zeitlichen Umfang wie bei der IG statt. Kinder und Eltern wurden vor und nach der Intervention sowie sechs Monate später befragt. Zusätzlich wurden Prozessevaluationsdaten und ergänzende Informationen erhoben.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Kinder von beiden Interventionen in Bereichen der Stressbewältigung, des Selbstkonzepts und der Lebensqualität profitierten. Die Teilnehmer der „Trampolin“-Gruppe wiesen im Vergleich zur Kontrollgruppe nach der Intervention und auch nach sechs Monaten eine geringere psychische Belastung und einen besseren Kenntnisstand zum elterlichen Suchtverhalten auf. Im Elternurteil zeigte sich zudem eine signifikant höhere Stressbewältigungskompetenz im Bereich der konstruktiv-selbstberuhigenden Emotionsregulation. In der begleitenden Prozessevaluation wurde eine hohe Akzeptanz des „Trampolin“-Programms seitens der Kursleiter, der teilnehmenden Kinder und Eltern deutlich. Bezüglich des Gruppengefühls und der Frage danach, ob das Kind den Kurs weiterempfehlen würde, war der „Trampolin“-Kurs der suchtunspezifischen Intervention überlegen.

Konzeptqualität

Kriterien sind erfüllt

Evaluationsergebnisse
(überwiegend) positiv
Evaluationsniveau und Beweiskraft
5 Sterne, hinreichende Beweiskraft
Aufwand
mit (€) gekennzeichnete Posten erfordern finanzielle Leistungen an Externe

Für die Teilnehmer kostenlos, Schulung für die Kursleiter

erforderliche Kooperationspartner

Beratungsstellen, Eltern

Zeit bis zu erwartbaren Auswirkungen auf Risiko- bzw. Schutzfaktoren

Erfahrungen mit dem Programm

Programm probiert in

27 Beratungsstellen bundesweit

Programm aufgenommen in anderen Datenbanken, best-practice-Listen o.ä.

NACOA Deutschland - Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien e.V.
 

  Tagungsdokumentation des Niedersächsischen Sozialministeriums
 

  Zum Niedersachsen-Transfer von Trampolin siehe hier.


Suchzugänge

Schutzfaktoren

Familie

Bindung zur Familie  

Kinder / Jugendliche

Soziale Kompetenzen 
Programmtyp
Institutionen
Geschlecht
Alter der Zielgruppe
8 9 10 11 12 
sonstige Zielgruppenspezifikationen
deutschsprachige Kinder aus suchtbelasteten Familien (in Ausnahmefällen auch 7- und 13-Jährige)

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