Landespräventionsrat Niedersachsen
CTC - communities that care

PAT - Mit Eltern Lernen
Parents as Teachers
Effektivität nachgewiesen

Programminformationen

Ziel

- Erziehungskompetenzen der Eltern erhöhen, Wissen über die frühkindliche Entwicklung vermitteln
- Entwicklungsverzögerungen und Gesundheitsprobleme von Kindern früh erkennen
- Kindesmisshandlung und Vernachlässigung verhindern
- Kinder besser auf die Schule vorbereiten und schulischen Erfolg ermöglichen

Zielgruppe

Junge Familien, von der Schwangerschaft bis zum 3. Lebensjahr des Kindes.
In der Regel wird PAT Familien mit einer Reihe von Risikofaktoren angeboten (geringes Einkommen und Bildungsniveau, Teenager-Eltern, Gefährdung Kindeswohl, Migrationshintergrund, psychische oder Alkohol- / Drogenprobleme etc.).

Methode

Hausbesuche durch zertifizierte Elterntrainerinnen.

4 Grundelemente von PAT:
- Hausbesuche:
Unterstützung und praktische Tipps für Eltern, wie sie das Kind zum Lernen anregen, mit schwierigem Verhalten umgehen und eine starke Eltern-Kind-Beziehung aufbauen können.


- Gruppentreffen:
Eltern können soziale Verbindungen untereinander aufbauen, bekommen Anregungen zur Eltern-Kind Interaktion, gegenseitige Unterstützung und Voneinander lernen.

- Entwicklungsbeobachtungen (Screenings):
In regelmäßigen Zeitabständen werden Screenings zur allgemeinen Entwicklung der Kinder angeboten (Bereiche Hören, Sehen, Gesundheit, Entwicklung). Potentielle Probleme sollen früh erkannt werden, um spätere Schwierigkeiten in der Schule zu verhindern.

- Aufbau sozialer Netzwerke:
Familien werden über Dienstleistungen und Angebote in ihrem Stadtteil (Kommune) informiert, um die soziale Isolation zu durchbrechen. Vereinbarungen über Vermittlungen werden mit anderen Anbietern von sozialen Dienstleistungen für Familien getroffen.

Ansprechpartner

PAT - Mit Eltern Lernen gGmbH
Karl-Bröger-Str. 9
90459 Nürnberg
Tel:  +49 911 3766857-0
Fax: +49 911 3766857-77
E-Mail: info@pat-mitelternlernen.org

Evaluation

Lanfranchi, A., & Neuhauser, A. (2013). ZEPPELIN 0-3: Theoretische Grundlagen, Konzept und Implementation des frühkindlichen Förderprogramms „PAT –Mit Eltern Lernen“ Frühe Bildung, 2(1), 3-11

Neuhauser, A. (2014): A closer look at the effectiveness of early childhood education in at-risk families, Mental Health & Prevention (2014) 2, 43–57.

Neuhauser, A., Ramseier, E., Schaub, S., Burkhardt, S., Templer, F., Lanfranchi, A., (2015): Hard to reach families—A methodological approach to early recognition, recruitment, and randomization in an intervention study, Mental Health & Prevention (i.P.)

zahlreiche Evaluationsstudien aus den USA.
Aktuelle Zwischenergebnisse der Züricher "Zeppelin" - Studie unter http://www.zeppelin-hfh.ch/downloads/

 
Das Programm wurde am 04.11.2015 in die Datenbank eingestellt
und zuletzt am 21.02.2017 geändert.

Umsetzung und Evaluation

Evaluation
Evaluationsmethode und Ergebnisse

Randomisierte Kontrollgruppenstudie mit follow-up:
ZEPPELIN 0-3: Start 2011 in der Schweiz (Kanton Zürich) in mit einer zufallsverteilten Rekrutierung von 133 Familien für die Interventionsgruppe (IG) und 118 Familien für die Kontrollgruppe (KG). Die KG erhält alle üblichen Hilfen vor Ort („business as usual“: Mütterberatung, Informationen, Elternbildung, etc.), die IG erhält zusätzlich das Programm „PAT – Mit Eltern Lernen“. Zu Beginn (Baseline) lagen keine Unterschiede zwischen den Gruppen bezüglich Ethnie und sozioökonomischen Status vor. Verschiedene Messungen werden auf der Ebene der Eltern, des Kindes und der Interaktion zwischen Eltern und Kind durchgeführt, zu verschiedenen Zeitpunkten (im Alter von 3, 12, 24 und 36 Monaten). Elternvariablen sind u.a. Erziehungseinstellung und Versorgungskompetenzen, Kindervariablen sind Entwicklungsskalen und Stressbelastung, zusätzlich werden Eltern-Kind-Interaktionen sowie soziale Stress- und Schutzfaktoren erfasst.
Sprachverstehen und Sprachausdruck sind bei den Kindern der IG im 1. Jahr bereits besser als in der KG. Im 2. Jahr nimmt diese Differenz stark zu. Im Alter von 24 und 36 Monaten weisen die Kinder aus der IG gegenüber den Kindern aus der KG signifikante Vorteile u.a. bei der sprachlichen Entwicklung aus. Weiter zeigen die Untersuchungen, dass diese positiven Effekte mit einem besseren Anregungsgehalt im häuslichen Umfeld zusammenhängen. Signifikant und anhaltend ist auch, dass hoch belastete Familien sich sozial unterstützter fühlen als vergleichbare Familien in der KG.
Die deutlichsten Effekte zeigten sich im 3. Jahr in der Sprache, in der Kognition und im Verhalten. Mit „PAT“ geförderte Kinder verfügten über einen grösseren Wortschatz und können sich besser ausdrücken. Sie sind weniger ängstlich und schlafen besser durch. Experimente im Bereich Belohnungsaufschub zeigen, dass Kinder mit „PAT“ eine bessere Impulskontrolle aufweisen als die Kinder in der der Kontrollgruppe.
Weitere follow-up – Erhebungen (Zeppelin 5-9 und 12-13) sind geplant.

Konzeptqualität

Kriterien sind erfüllt

Evaluationsergebnisse
positiv
Evaluationsniveau und Beweiskraft
5 Sterne, starke Beweiskraft
Aufwand
mit (€) gekennzeichnete Posten erfordern finanzielle Leistungen an Externe

Schulungen für Eltertrainerinnen und Leitungskräfte (€), Arbeitszeit (inkl. Fahrtzeit, Dokumentation) und Anleitung Elterntrainerinnen, Gruppenangebote, Screening, Rezertifizierung (€).
Nachweis über eine gesicherte Finanzierung von mind. 2 Jahren erforderlich.

erforderliche Kooperationspartner

Einrichtungen mit Angeboten für Familien im Stadtteil, bzw. in der Gemeinde

Zeit bis zu erwartbaren Auswirkungen auf Risiko- bzw. Schutzfaktoren

Erfahrungen mit dem Programm

Programm probiert in

u.a. Nürnberg

Programm aufgenommen in anderen Datenbanken, best-practice-Listen o.ä.

Suchzugänge

Schutzfaktoren
Programmtyp
Institutionen
Geschlecht
Alter der Zielgruppe
0 1 2 3 
sonstige Zielgruppenspezifikationen
Weitere Einsatzmöglichkeiten · Angebot im Rahmen von "Frühe Hilfen" · Maßnahme im Rahmen von § 8a SGB VIII und § 16 KJHG · Instrument der Elternarbeit in Kinderkrippen · Weiterqualifizierung für päd. Fachkräfte in Kinderkrippen

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