Landespräventionsrat Niedersachsen
CTC - communities that care

REBOUND
Life Skills-Programm für junge Menschen und ihre Begleiter
Effektivität wahrscheinlich

Programminformationen

Ziel

Förderung von Lebenskompetenzen, Steigerung von Risikokompetenz und Förderung eines verantwortungsvollen Umgangs mit Alkohol und anderen Drogen bei jungen Menschen.

Zielgruppe

Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14-25 Jahren. Das Programm wendet sich nicht nur an Risikogruppen, sondern an alle Jugendlichen und deren Begleiter (Schulen, Lehrer, Eltern, Menschen in sozialen Berufen oder Mentoren).

Methode

Rebound ist ein universelles Präventionsprogramm für Jugendliche und junge Erwachsene, das auf dem Ansatz der Resilienzpädagogik basiert. Das Lebenskompetenz (Life Skills) -Programm arbeitet mit den Stärken von jungen Menschen und will eine Fixierung auf Defizite vermeiden.

Rebound ist modular aufgebaut und im Rahmen seiner Grundprinzipien flexibel kombinier- und erweiterbar, es ist sowohl auf Einzelpersonen als auch auf Gruppen anwendbar. Beispielsweise können Einheiten zum Rauschtrinken oder zu neuen psychoaktiven Substanzen (wie Spice) sinnvoll eingefügt werden, falls Bedarf „vor Ort“ vorhanden ist. Das Programm kann an Schulen, in Jugendverbänden und Jugendeinrichtungen eingesetzt werden und sollte von weitergebildeten Fachkräften (v.a. Lehrern und/oder Sozialpädagogen) durchgeführt werden. Bei Bedarf können auch Peer-Mentoren hinzugezogen werden.

REBOUND ist ein Kurs mit bis zu 24 Zeitstunden (16 Sitzungen oder 5 Blocktagen). Eine der 16 Sitzungen soll von externen Unterrichtsbesuchern (Peer-Mentoren) gestaltet werden, die über die Bewältigung von Entwicklungsaufgaben in ihrem eigenen Leben berichten.

Die zentrale Methode im REBOUND-Kurs sind realitätsnahe Kurzfilme, die aktiv und gemeinschaftlich ergründet und bewertet werden sollen (“Explorative Filmarbeit”). In den Kurzfilmen stellen junge Menschen Szenen mit typischen Verhaltensweisen dar, die in Zusammenhang mit Rausch, Risiko und Identitätssuche stehen. Durch Identifikation, Abgrenzung und Reflexion über diese Szenen sollen Jugendliche verschiedene Motive, Emotionen und  soziale Kräfte kennen lernen, die beim Thema „Drogen“ wirken. Stärken, Fähigkeiten, positive Ziele usw. werden mit verschiedenen Risikothemen beim Aufwachsen in Zusammenhang gebracht. Dazu gehört der Umgang mit Alkohol und anderen Drogen, mit Gaming und verschiedenen Arten von Medien (Internetgebrauch etc.). Die pädagogische Arbeit mit gefilmten Szenarien in REBOUND soll die Vorstellungskraft der Jugendlichen trainieren: Welche Zukunft könnte bei dieser oder jener Risikoentscheidung entstehen?  Teilnehmer  des REBOUND-Kurses sollen ihre eigene Entscheidungsfähigkeit und ihr Wissen verbessern; Klassen oder Gruppen sollen sich ihrer Werte und Normen bewusst werden und Schulen sollen Regeln im Umgang mit Risikoverhaltensweisen formulieren  und anwenden.

Die Kursteilnehmer schließen das REBOUND Programm mit einem eigenen, selbstständig entworfenen und realisierten Kurzfilm ab. Zum Abschuss erhalten sie ein Teilnahmezertifikat.

Material / Instrumente

REBOUND CURRICULUM

Materialien werden nur im Rahmen einer abgeschlossenen Weiterbildung zur Verfügung gestellt. Um REBOUND unterrichten zu können, ist eine Teilnahme an der Basisweiterbildung zwingend erforderlich.

Programmbeschreibung

REBOUND/Der-Kurs

www.finder-akademie.de

Kröninger-Jungaberle, H. et al. (2014): REBOUND. A media-based life skills and risk education programme, Health Education Journal 1-15

Kröninger-Jungaberle, H., & Schuldt, F. (2014). Abschied von der Homogenität - Eine Interaktions-Typologie von Jugendlichen in der Prävention des Missbrauchs von Alkohol und anderen Drogen. Rausch - Wiener Zeitschrift Für Suchttherapie, 3(1), 45–57.

Ansprechpartner

FINDER e. V.

Postadresse:
Palisadenstr. 67

10243 Berlin
Fon: 030-22352451
Mail: info@my-rebound.de

Evaluation

Jungaberle, H., & Nagy, E. (2015). Pilot Evaluation Study of the Life Skills Program REBOUND: Effects on Substance Use, Knowledge About Substances, and Risk Perception. SAGE Open, 5(4), 1–13 doi:10.1177/2158244015617515

 
Das Programm wurde am 27.07.2015 in die Datenbank eingestellt
und zuletzt am 29.03.2016 geändert.

Umsetzung und Evaluation

Evaluation
Evaluationsmethode und Ergebnisse

Quasi-Experiment in der Praxis ohne follow-up

Im Rahmen des Pilotprojekts ist 2012 die Umsetzung der REBOUND Intervention (16 Kursstunden) in einer kontrollierten Studie evaluiert worden. Insgesamt sind N(IG+KG) = 723 Schüler aus 5 Schulen (Realschule und Gymnasium), bzw. 46 Schulklassen direkt vor Durchführung und nach Durchführung der Intervention (4-6 Monate später) mittels Onlinefragebogen befragt worden. n=29 Schulklassen (n=512 Schüler) wurden der Experimentalgruppe und n=17 Schulklassen (n=211 Schüler) sind der Kontrollgruppe zugeordnet worden (jeweils 9. und 10. Klassen).

Die Evaluationsstudie fokussierte die Wirkung des Programms auf Konsumparameter. Die Ergebnisse der REBOUND Evaluationsstudie zeigten bereits nach sechs Monaten einige positive Effekte. REBOUND trägt zu einem kontrollierten Gebrauch von Alkohol bei, zu einer Reduktion von Betrunkenheitserfahrungen, zeigte eine Zunahme an Wissen über psychoaktive Substanzen und einen Rückgang des Cannabiskonsums.

Darüber hinaus zeigten die Ergebnisse, unterschiedliche Auswirkungen auf die untersuchten Untergruppen (Alter, Geschlecht und Schultyp): Männer, jüngere Schüler und Schüler des Gymnasiums profitierten mehr von dem Kurs in Bezug auf Alkohol- und Cannabiskonsum.

Konzeptqualität

Kriterien sind erfüllt

Evaluationsergebnisse
(überwiegend) positiv
Evaluationsniveau und Beweiskraft
3 Sterne, schwache Beweiskraft
Aufwand
mit (€) gekennzeichnete Posten erfordern finanzielle Leistungen an Externe

Für die Teilnehmer kostenlos, Schulung für die Kursleiter (€), Ausbildung und Supervision der Peer-Mentoren notwendig

erforderliche Kooperationspartner

Finder-Akademie, Schulen, Jugendverbände, Jugendeinrichtungen, Lehrer und/oder Sozialpädagogen und Peer-Mentoren

Zeit bis zu erwartbaren Auswirkungen auf Risiko- bzw. Schutzfaktoren

Erfahrungen mit dem Programm

Programm probiert in
50 Schulklassen
Programm aufgenommen in anderen Datenbanken, best-practice-Listen o.ä.

Suchzugänge

Programm als PDF exportieren