Landespräventionsrat Niedersachsen
CTC - communities that care

Lubo aus dem All - Vorschulalter
Effektivität wahrscheinlich

Programminformationen

Ziel

Prävention von Verhaltensproblemen wie Hyperaktivität, Aggression oder Angst bei Vorschulkindern

Zielgruppe

Vorschulkinder im Alter 4 - 6 Jahre

Methode

34 strukturierte Sitzungen liegen in Form eines Manuals vor. Die Sitzungen dauern jeweils 35–40 Minuten. Sie werden über einen Zeitraum von ca. 12 Wochen dreimal wöchentlich in Kleingruppen von 9–14 Vorschulkindern unter Anleitung von Projektmitarbeitern durch Erzieherinnen durchgeführt. Inhalte der Förderung sind die Vermittlung von Emotionswissen,-ausdruck und -regulation, von sozialen Konflikt- und Problemlösestrategien sowie von Perspektivübernahme und der Aufbau von Freundschaften. Das soziale Training ist in eine Rahmenhandlung um den „Außerirdischen Lubo“ (Handpuppe) eingebettet. In der Geschichte reist „Lubo“ auf die Erde, um etwas über Gefühle, Freundschaften und ein gutes Miteinander zu lernen. Er stößt dabei immer wieder auf soziale Probleme und die Kinder helfen „Lubo“ bei der Problemlösung und damit auch sich gegenseitig.
Altersangemessene Methoden wie Kooperationsspiele, Rollenspiele, Gesprächsrunden, Bildkarten, kreative Methoden und ein Feedbacksystem sollen dabei den Lernprozess auf motivierende Art und Weise unterstützen. Zur Unterstützung der Anwendung des Gelernten im Alltag werden sowohl die Eltern als auch die Erzieherinnen aufgefordert, verschiedene Rituale wie „Lubos Problemlösekreis“, eine kleinschrittige Denkstrategie zur Lösung sozialer Problemsituationen, im Alltag aufzugreifen. Als Ergänzung erhalten sowohl die Eltern als auch die Erzieherinnen monatliche Informationsbriefe mit Hinweisen und Anregungen zum jeweiligen Thema.

Material / Instrumente

Lubo-Handpuppe, Manual

Programmbeschreibung

Hillenbrand, C., Hennemann, T., Heckler-Schell, A. (2008): Lubo aus dem All!: Programm zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen im Vorschulalter, München: Reinhardt (Die erforderliche Handpuppe liegt nicht bei, sondern muss zusätzlich bestellt werden.)

http://www.heilpaedagogische-akademie.de/angebot/emo.html

Ansprechpartner

Heilpädagogische Akademie für Erziehungshilfe & Lernförderung e.V.
Klosterstraße 79 c
D 50931 Köln
fon +49 (0) 22 1 - 470 - 79 20
fax +49 (0) 22 1 - 470 - 20 88
e-mail:
info@heilpaedagogische-akademie.de

Evaluation

Schell, A. (2011). Die Förderung emotionaler und sozialer Kompetenzen bei Kindern im Vorschulalter. "Lubo aus dem All!" Entwicklung, Implementierung und Evaluation eines Trainingsprogramms zur Prävention von Gefühls- und Verhaltensstörungen. Bad Heilbrunn: Klinkhardt Forschung.

Schell, A., Albers, L., von Kries, R., Hillenbrand, C., Hennemann, T. (2015) : Preventing behavioral disorders via supporting social and emotional competence at preschool age. Dtsch Arztebl Int 2015; 112: 647 -54

 
Das Programm wurde am 13.11.2015 in die Datenbank eingestellt
und zuletzt am 16.11.2015 geändert.

Umsetzung und Evaluation

Evaluation
Evaluationsmethode und Ergebnisse

Schell et al. 2015: randomisierte Kontrollgruppenuntersuchung.
15 Kindergärten (221 Kindergartenkinder im Alter von 5–6 Jahren) wurden randomisiert im Verhältnis 2:1 einer Interventions- und einer Kontrollgruppe zugeordnet. Die Kontrollgruppe führte ihre üblichen Kindergartenaktivitäten fort. Die Daten wurden im Prä-Post-Vergleich sowie im 5-Monats-Follow-up erfasst.
Der primäre Ergebnisparameter war ein Test der sozialen Problemlösefähigkeiten der Kinder. Der sekundäre Parameter war die Einschätzung des sozialen Verhaltens durch die Erzieherinnen.
Die Kinder der Interventionsgruppe erzielten in der Baseline-Messung deutlich schlechtere Werte in den Testinstrumenten. Beim Post-Test konnten bei den sozialen Problemlösefähigkeiten signifikante Effekte zu Gunsten der Interventionsgruppe beobachtet werden. Bei den Erzieherinnen-Beurteilungen war (nach Adjustierung für die Baselinewerte) beim externalisierenden Verhalten kein Unterschied zwischen Interventions- und Kontrollgruppe mehr sichtbar.
Fünf Monate nach Ende der Maßnahme waren die Effekte bei den sozialen Problemlösefähigkeiten stabil. Zusätzlich fand sich nun eine Verbesserung bei der Einschätzung des prosozialen Verhaltens durch die Erzieherinnen in der Interventionsgruppe.
Es gab keine signifikanten Unterschiede zwischen höher belasteten Risikokindern und Kindern mit normalen sozialen Kompetenzen. Bei Mädchen und Jungen scheint die Intervention gleich wirksam zu sein.

Konzeptqualität

Kriterien sind erfüllt

Evaluationsergebnisse
(überwiegend) positiv
Evaluationsniveau und Beweiskraft
3 Sterne, schwache Beweiskraft
Aufwand
mit (€) gekennzeichnete Posten erfordern finanzielle Leistungen an Externe

Fortbildung (€), Manual (€), Handpuppe (€)

Zeit bis zu erwartbaren Auswirkungen auf Risiko- bzw. Schutzfaktoren

Erfahrungen mit dem Programm

Programm probiert in
u.a. Kölner Raum, Süddeutschland, Schweiz
Programm aufgenommen in anderen Datenbanken, best-practice-Listen o.ä.

Suchzugänge

Programmtyp
Institutionen
Geschlecht
Alter der Zielgruppe
4 5 6 

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