Landespräventionsrat Niedersachsen
CTC - communities that care

Lions-Quest
Erwachsen werden
Effektivität wahrscheinlich

Programminformationen

Ziel

Förderung der sozialen Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern, Stärkung von Selbstvertrauen und kommunikativen Fähigkeiten, Aufbau und Pflege von Kontakten und positive Beziehungen, Fördern der Fähigkeiten, Konflikt- und Risikosituationen im Alltag angemessen zu begegnen und konstruktive Lösungen für Probleme zu finden. Orientierung beim Aufbau eines eigenen, sozial eingebundenen Wertesystems (Lebenskompetenz-Erziehung).

Zielgruppe

10 bis 15-jährige Mädchen und Jungen der Sekundarstufe I

Methode

„Erwachsen werden“ umfasst in 7 Kapiteln ein Curriculum „Soziales Lernen“, das Kindern und Jugendlichen für ihr Selbstverständnis, ihr Verhalten und ihre Werteorientierung nachhaltige Hilfen anbietet. Jedes Kapitel ist einem Schwerpunktthema gewidmet und zielt auf die Vermittlung und das Training grundlegender Lebensfertigkeiten:
Meine Klasse: Fragen zur eigenen Person: Wer bin ich? Wer sind die anderen? Wie gehen wir miteinander um? Welche Bedeutung hat die Gruppe und wie beeinflusst sie mich? (Grundlage für eine offene, vertrauensvolle und konstruktive Lernatmosphäre und für die Arbeit mit den weiteren Kapiteln des Programms.)
Stärkung des Selbstvertrauens: Was ist Selbstvertrauen? Worauf gründet sich Selbstvertrauen? Wie kann ich mein eigenes oder auch das anderer stärken? Sich der eigenen Fähigkeiten und Stärken bewusst werden, diese einzusetzen und so Verantwortung zu übernehmen und dafür Anerkennung zu bekommen, fördert das Selbstvertrauen.
Mit Gefühlen umgehen: Eigene Gefühle wahr- und ernstnehmen, sie akzeptieren, ausdrücken und als etwas begreifen, das bei der Entwicklung der Persönlichkeit hilft, dazu auch Umgang mit belastenden Situationen.
Die Beziehungen zu Freunden: Wie kann man echte Freundschaften aufbauen, weiterentwickeln, aufrechterhalten? Welchen Einfluss hat die Clique? Wie hält man Gruppendruck stand? Wie kann man Meinungsverschiedenheiten oder Konflikte in einer Freundschaft konstruktiv lösen? Wie geht man gut mit Enttäuschungen, mit einem Verlust um?
Mein Zuhause: Welche Erwartungen und Wünsche haben Jugendliche an ihr Zuhause, was empfinden sie als enttäuschend, konfliktträchtig? Beziehungen innerhalb der eigenen und in anderen Familien reflektieren und Schritte zur Verbesserung der Beziehungen oder zur Lösung von Konflikten probieren.
Ich entscheide für mich selbst: Verantwortung für eigene Entscheidungen u. a. bei den Themen Lebensstil, Umgang mit dem eigenen Körper und berufliche Zukunft. Werbung und Medien werden kritisch hinterfragt. Zusätzlich werden im Anhang des Lehrerhandbuchs enthaltene Informationen über Sucht, Suchtmittel und Suchtverhalten aufgegriffen.
Ich weiß, was ich will: Kinder und Jugendliche haben Träume und Hoffnungen, was sie in ihrem Leben erreichen möchten. Sie müssen lernen, sich Ziele zu setzen und sich auf den Weg dorthin zu machen.

Damit Lehrkräfte das Programm professionell umsetzen können, werden sie von speziell ausgebildeten TrainerInnen praxisorientiert geschult, begleitet und fortgebildet. Das dreitägige Einführungsseminar führt in die Inhalte und Methoden von „Erwachsen werden“ ein. Zweitägige Aufbauseminare werden zu den Themen Refresher und Motivation, Pädagogisches Rollenspiel, Förderung der Teamfähigkeit und Elternarbeit angeboten. Die unterrichtsbegleitende Fortbildung (6 Termine zu ca. 3 Stunden) wird in Zusammenarbeit mit der staatlichen Lehrerfortbildung durchgeführt.

Die Eltern werden in vielfältiger Weise in die Arbeit ihrer Kinder mit dem Programm aktiv einbezogen.

Material / Instrumente

Lehrerhandbuch „Erwachsen Werden - Soziales Lernen in der Sekundarstufe I“, Elternheft „Jahre der Überraschungen“ und Elternbriefe 1-7 (beides in deutsch, russisch und türkisch vorhanden), Schülerordner „Erwachsen werden“, Energizer „Soziales Lernen mit Kopf, Herz und Hand“, CD „Zufallskarten zur Paar- und Gruppenbildung“, DVD „Erwachsen werden“, Plakat Lions-Quest „Erwachsen werden“, Flyer Lions-Quest „Erwachsen werden“, Infopaket Lions-Quest „Erwachsen werden“, Schülerzertifikat, „Handreichungen für die Schulentwicklung und Prozessbegleitung: Unterrichtsentwicklung und Schulentwicklung“, Energizer „Soziales Lernen mit Kopf, Herz und Hand“ (Energizer sind kreative Übungen, die müde Klassen munter machen und unruhige Klassen zur Konzentration bringen. Dieses Buch enthält 69 Energizer und erweitert die Übungen, die im Lehrerhandbuch „Erwachsen werden“ enthalten sind.) Alles online bestellbar unter
http://shop.lions-hilfswerk.de/

Programmbeschreibung
Ansprechpartner

Hilfswerk der Deutschen Lions e. V.,Lions-Quest, Bleichstraße 3, 65183 Wiesbaden, www.lions-quest.de, E-Mail: info@lions-hilfswerk.de. In jedem der 16 Lions-Distrikte in Deutschland steht ein Ansprechpartner für Lions-Quest zur Verfügung. Unter www.lions-quest.de lässt sich der Ansprechpartner für den jeweiligen Distrikt finden.

 

Evaluation

Susanne Hartung, Sabine Kluwe, Diana Sahrai (2009): Elternbildung und Elternpartizipation in Settings, Eine programmspezifische und vergleichende Analyse von Interventionsprogrammen in Kita, Schule und Kommune. Gesamtbericht.

Susanne Hartung, Sabine Kluwe, Diana Sahrai (2009): „Neue Wege in der Elternarbeit“, Evaluation von Elternbildungsprogrammen und weiterführende Ergebnisse zur präventiven Elternarbeit, Kurzbericht

Susanne Hartung, Uwe H. Bittlingmeyer (2008): Schulische Elternedukation im Spannungsfeld zwischen Gesundheitsförderung und Präventionsdilemma, Eine empirische Studie zur integrierten schulischen Elternedukation von „Erwachsen werden“

Ullrich Bauer, M. A. und Dipl. Päd. Anja Langness, MPH (2004): Implementierung des Lions-Quest Programms „Erwachsen werden“, Ergebnisse der Befragung von Schulleitungen, SchülerInnen und Eltern.

Heike Kähnert (2002): Evaluation des Lions-Quest Programms „Erwachsen werden“

Prof. Dr. Klaus Hurrelmann (1996): Pilotprojekt in Nordrhein-Westfalen, Abschlussbericht „Entwicklung und Erprobung der Lions-Quest-Unterrichtsmaterialien zur Suchtprävention“, Universität Bielefeld.

 
Das Programm wurde am 24.05.2011 in die Datenbank eingestellt
und zuletzt am 19.12.2016 geändert.
Kommentar der Programm-Verantwortlichen

Keine Äußerung bis zum 10. 10. 2011


Umsetzung und Evaluation

Evaluation
Evaluationsmethode und Ergebnisse

Quasi-experimentelles Prä- und Posttest Design (einschließlich Follow-up sechs Monate nach Programmende) mit Kontroll- und Interventionsgruppen über 2 Jahre (Zuweisung von Kontroll- und Interventionsklassen auf Schulebene). Die Stichprobe umfasste 1000 SchülerInnen von 15 Schulen der vier Regelschultypen der Jahrgangsstufen 5 und 7. Neben der Schülerbefragung fand auch eine Lehrer- und Schulleiterbefragung zu Akzeptanz, Wirksamkeit und Implementation des Programms statt.

Die Ergebnisse der Evaluation zeigen, dass das Programm positive Auswirkungen auf die Entwicklung des Selbstwertgefühls und der sozialen Kompetenz der SchülerInnen hat. Darüber hinaus nimmt das Programm positiven Einfluss auf die substanzspezifische Selbsteinschätzung wie z.B. die Widerstandsgewissheit und Ausstiegsbereitschaft. Wobei hier die Mädchen mehr von dem Programm profitieren als die Jungen. Hinsichtlich des Konsumverhaltens bei Zigaretten konnte in den 5. Klassen ein präventiver Effekt nachgewiesen werden.

Konzeptqualität

Kriterien sind erfüllt

Evaluationsergebnisse
(überwiegend) positiv
Evaluationsniveau und Beweiskraft
4 Sterne, schwache Beweiskraft
Aufwand
mit (€) gekennzeichnete Posten erfordern finanzielle Leistungen an Externe

Seminarkosten (€), Arbeitsmaterialien (€). In der Regel übernehmen Lions Clubs Seminarkosten für Lehrkräfte aus Schulen ihres Einzugsbereichs.

erforderliche Kooperationspartner

Lions Clubs und Lions-Quest im jeweiligen Lions-Distrikt, Schulleitung, Lehrkräfte, Eltern

Zeit bis zu erwartbaren Auswirkungen auf Risiko- bzw. Schutzfaktoren
Unterstützung bei der Umsetzung

Antwort des Programmanbieters auf eine Umfrage des Landespräventionsrates Niedersachsen wird nachgereicht.


Erfahrungen mit dem Programm

Programm probiert in

Deutschlandweit und in mehr als 50 Ländern weltweit

Programm aufgenommen in anderen Datenbanken, best-practice-Listen o.ä.

Suchzugänge

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