Landespräventionsrat Niedersachsen
CTC - communities that care

SKOLL – Selbstkontrolltraining
Ein suchtmittelübergreifender Ansatz der Frühintervention für Jugendliche und Erwachsene
Effektivität theoretisch gut begründet

Programminformationen

Ziel

Förderung eines verantwortungsvollen Umgangs mit Suchtstoffen und verhaltensbezogenen Problemen. Stärkung von Kompetenzen und Problemlösungsstrategien.
Ziel des Trainings ist nicht die Abstinenz, sondern die Auseinandersetzung mit der eigenen Situation. Im Laufe des Selbstkontrolltrainings sollen Betroffene zu „selbstkritischen Experten“ ihres Konsumverhaltens werden, eigene Konsummuster analysieren, individuelle Trainingspläne erstellen und alternative Verhaltensmöglichkeiten kennen lernen. Darüber hinaus soll der Umgang mit Suchtdruck und sozialem Druck trainiert, Stressbewältigung erlernt und ein Krisenplan erarbeitet werden.
Selbstheilungskräfte, vorhandene Ressourcen, eigene gesunde Verhaltensmuster und Bewältigungsstrategien sollen genutzt und gefördert werden. Teilnehmer sollen dazu befähigt werden, den eigenen Konsum wenigstens zu stabilisieren, möglichst aber zu reduzieren und ihn im Idealfall ganz aufzugeben.

Zielgruppe

Jugendliche und Erwachsene mit problematischem Suchtmittelkonsum und / oder verhaltensbezogenen Störungen.

Methode

SKOLL ist ein geschlechts-, substanz- und generationsübergreifendes, manualisiertes Selbstkontrolltraining und soll Jugendliche und Erwachsene mit riskanten Konsum (Alkohol, Nikotin, Drogen) oder Verhaltensweisen (Glücksspiel, PC –Gebrauch, Essverhalten, Kaufverhalten) zu einem verantwortungsbewussten Umgang motivieren und dazu beitragen, Veränderungsprozesse frühzeitig einzuleiten.

Das Skoll-Selbstkontrolltraining umfasst 10 Treffen á 90 Minuten, die im wöchentlichen Turnus durchgeführt werden. Die Gruppengröße beträgt 8 bis 10 Teilnehmer. Acht Wochen nach Abschluss des Trainings findet ein weiteres Treffen statt, um die Nachhaltigkeit des Programms zu gewährleisten.

Inhalte und Methoden des Trainings orientieren sich an den Zielen und Bedürfnissen der Teilnehmer. Jeder Einzelne soll die Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung erhalten. Selbstbestimmung und Eigenverantwortlichkeit der Teilnehmer stehen dabei  im Fokus. Die Teilnehmer soll eine alltagsnahe Anleitung zur Überprüfung und Regulation ihrer Konsum- und Verhaltensmuster erhalten, die sie auch über die Dauer der Maßnahme hinaus als persönliches Selbststeuerungsprogramm (Selbstmanagement) weiterhin anwenden können.

Das Skoll-Selbstkontrolltraining besteht aus vier Kernelementen, die den Ablauf jeder Trainingseinheit strukturieren: Trainingsplan, Treppe zum Ziel, Dokumentation und Situationsanalyse. Die Teilnehmer/innen legen in einem Trainingsplan ihr ganz persönliches Ziel fest, an dem sie während des Trainings arbeiten möchten. Die Treppe zum Ziel dient der Sicherung der individuellen Ergebnisse jeder Einheit (welches Aha-Erlebnis nehme ich mir von jeder Stunde mit). Die Dokumentation soll die Selbstreflexion der Teilnehmer erhöhen. Mit der Situationsanalyse soll verdeutlicht werden, welche Gefühle und Gedanken zu einem bestimmten Verhalten führen und welchen Einfluss jede/r selbst nehmen kann.

Der Ansatz des SKOLL-Selbstkontrolltrainings soll für unterschiedliche Settings und Umsetzungsbedingungen geeignet sein, insbesondere auch für Beratungsstellen im ländlichen Raum. Die Arbeitsmaterialien stellen eine umfangreiche Methodensammlung dar und können von den Kursleitungen passend für die jeweilige Gruppenzusammensetzung ausgewählt und gegebenenfalls entsprechend angepasst werden.

Material / Instrumente

B. Bruns, C. Tönsing, S. Bösing (2006): Frühinterventionsmodell: bei substanz- und verhaltensbezogenem Problemverhalten, Lambertus Verlag

Das überarbeitete und erweiterte SKOLL Anwenderhandbuch ist nach Abschluss einer SKOLL Schulung beim Caritasverband für die Diözese Osnabrück käuflich zu erwerben. Darüber hinaus steht bei bereits vorhandenem Manual eine ergänzende CD mit den Neuerungen zur Verfügung.

Programmbeschreibung
Ansprechpartner

Caritasverband für die Diözese Osnabrück e. V

Geschäftsbereich Suchtprävention und Rehabilitation

Conrad Tönsing

Knappsbrink 58

49080 Osnabrück

Tel.: 0541 34978-140

E-Mail: CToensing@caritas-os.de  
 

Suchthilfe Ostbayern

Baden-Württembergischer Landesverband für Prävention und Rehabilitation gGmbH

Evaluation

UKE Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie

Bundesministerium für Gesundheit

Evaluation des Selbstkontrolltrainings SKOLL – Ein suchtmittelübergreifender Ansatz zur Frühintervention bei Jugendlichen und Erwachsenen: Gesundheits- und Versorgungseffekte des Programms (Abschlussbericht 2012)

Abschlussbericht_Evaluation_des_Selbstkontrolltrainings_SKOLL

 
Das Programm wurde am 11.03.2015 in die Datenbank eingestellt
und zuletzt am 08.06.2016 geändert.

Umsetzung und Evaluation

Evaluation
Evaluationsmethode und Ergebnisse

Beobachtungsstudie (Vorher-Nachher-Erhebung)

Das  Skoll-Training wurde im Rahmen eines Modellprojekts von 2008 bis 2012 in Deutschland erprobt und bundesweit umgesetzt. Als Forschungsplan wurde eine Beobachtungsstudie im Prä-Post- Design gewählt. Die Wirksamkeit des Programms wurde zu drei Messzeitpunkten erhoben. Zentrale Grundlage bildeten Messungen in 84 Kursen aus 24 Standorten zu Kursbeginn (T1), Kursabschuss (T2) und nach 3 Monaten (T3).

Überprüft wurden Wirksamkeit, Praktikabilität und Breitenwirksamkeit für die Suchtprävention und die Unterstützung riskant konsumierender Personen.

Es erfolgen sowohl quer- und Längsschnittauswertungen und Berücksichtigung von Variablen wie Alter, Geschlecht, Bildung, Teilnahme-Motivation, Eingangsbelastung, Suchtgefährdung - sowohl für unterschiedliche Risikogruppen als auch für soziale und suchtbezogenen Heterogenität.

An der Eingangsbefragung (T1) nahmen N=706 Personen teil, an der Abschlussbefragung (T2) N=487 Personen und an der Nachbefragung (T3) 217 Personen.  Allen drei Messzeitpunkten ließen sich N=163 Personen zuordnen (vollständiger Längsschnitt).

Die Ergebnisse der Evaluation zeigten, dass die Programmziele in der subjektiven Bewertung der Teilnehmer weitgehend erreicht wurden. Es wurden Alternativen zum Risikoverhalten gefunden, Risikobewusstsein und Selbstvertrauen entwickelt, der Suchtmittelkonsum wurde eingeschränkt, mit Belastungen und Konflikte konnte besser umgegangen werden und soziale Kontakte konnten erhalten oder aufgebaut werden.

Insgesamt hat die Teilnahme am Skoll-Training die gesundheitliche Lebensqualität der Teilnehmer zum Trainingsende deutlich verbessert. Dieser Gesundheitsgewinn blieb auch drei Monate nach Trainingsende noch stabil. Ohne Kontrollgruppen fehlt aber der Nachweis, ob es sich um Programmeffekte handelt. 

Konzeptqualität

Kriterien sind erfüllt

Evaluationsergebnisse
(überwiegend) positiv
Evaluationsniveau und Beweiskraft
0 Sterne, keine Beweiskraft
Aufwand
mit (€) gekennzeichnete Posten erfordern finanzielle Leistungen an Externe

Ausbildung zum Skoll-Trainer (€), Manual (€)

erforderliche Kooperationspartner

Suchtberatungsstellen, Multiplikatoren

Zeit bis zu erwartbaren Auswirkungen auf Risiko- bzw. Schutzfaktoren

Erfahrungen mit dem Programm

Programm probiert in
27 trägerübergreifenden Fachstellen für Suchthilfe und Suchtprävention
Programm aufgenommen in anderen Datenbanken, best-practice-Listen o.ä.

SKOLL-SPEZIAL- Selbstkontrolltraining für den gesundheitsgerechten Umgang mit Alkohol, Förderung des Nichtrauchens und des Gesundheitsbewusstseins ist geprüft und zertifiziert als Präventionskurs nach § 20 Abs.1 SGB V und mit dem Prüfsiegel "Deutscher Standard Prävention" erfolgreich versehen worden, siehe www.skoll.de/entwicklung0.html


Suchzugänge

Schutzfaktoren

Kinder / Jugendliche

Soziale Kompetenzen 
Programmtyp
Institutionen
Geschlecht
Alter der Zielgruppe
12 13 14 15 16 17 18 
sonstige Zielgruppenspezifikationen
Erwachsene jeden Alters

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