Landespräventionsrat Niedersachsen
CTC - communities that care

Pyramide
Effektivität theoretisch gut begründet

Programminformationen

Ziel

Schulische und Lernerfolge von Kindern fördern, Übergang Kita - Grundschule verbessern 

Zielgruppe

Kinder von 0 - 6 Jahren in Krippen und Kitas

Methode

Pyramide bezieht sich auf die acht Entwicklungsbereiche Wahrnehmung, Denken, Sprache, Orientierung in Zeit und Raum sowie die motorische, künstlerische, sozial-emotionale und Persönlichkeitsentwicklung. Methodische Basis sind das vom Kind initiierte Spiel und die von der Erzieherin initiierten Anregungen innerhalb themenspezifischer Projekte, die in der Regel vier Wochen dauern (z.B. Haus, Frühling, Kleidung) und zu denen in spezifischen Projektheften differenzierte Durchführungsanregungen vorliegen. Mit einem so genannten „Tutoringprogramm“ werden gezielt Kinder mit besonderen Bedürfnissen unterstützt, damit diese am laufenden Kindergartenalltag aktiv teilnehmen können.

Pyramide arbeitet mit 10 bis 12 Modulen pro Jahr, die die verschiedenen Entwicklungsbereiche des Kindes ansprechen und jeweils einen in den Fokus stellen. Jedes Modul ist in den Alltag der Einrichtung integriert und ausgerichtet an den Interessen und dem Lebensumfeld der Kinder. Die Modulthemen kehren jährlich wieder und werden auf einem höheren Niveau bearbeitet – passend zum Alter und der Entwicklung der Kinder.

Unterschieden werden drei Interventionsniveaus:

- Bei einem niedrigen Interventionsniveau hält sich die Erzieherin nahezu ganz aus den vertieften Spiel- und Lernaktivitäten der Kinder heraus und beobachtet nur.

- Bei einem mittleren Interventionsniveau führt die Erzieherin die Kinder an Inhalte und Aktivitäten heran, sie leistet minimale Unterstützung bei selbstständigen Lernvorgängen und bereichert das Spiel der Kinder durch kleine Anregungen. Insgesamt ist die Aktivität der Erzieherin etwa gleich hoch wie die der Kinder.

- Bei einem hohen Interventionsniveau plant und gestaltet die Erzieherin z.B. mit einzelnen Kindern oder einer kleineren Gruppe ein Tutoring-Programm. Sie bereitet Kinder mit besonderem Förderbedarf präventiv auf die nächsten Gruppenthemen und Inhalte von Aktivitäten vor.

Eine zentrale Rolle im Pyramide-Ansatz spielt darüber hinaus die Qualität der Erzieherin-Kind-Interaktion. Die Qualität dieser Interaktionen wird gefördert, indem unterschiedliche Strategien zur Anregung eingesetzt werden (Orientieren, Demonstrieren, Erweitern, Vertiefen).

Programmbeschreibung

http://www.pyramide-ansatz.de/Basisinformationen/

Kuyk, J. van (2003). Pyramide. Die Methode für junge Kinder. Arnheim: Citogroep.

Ansprechpartner

Die Rolf Gruppe
Briener Strasse 25
47533 Kleve

Projektleiter:
Menno Boontje
T: +31 6 24 93 83 63
menno.boontje@derolfgroep.nl

Sekretariat:
Anke de Haan
T: 0800 622 622 0
info@pyramide-ansatz.de

www.pyramide-ansatz.de

Evaluation

Niederlande:
Kuyk, J. van (2009). The pyramid method. In J. Roopnarine & J. E. Johnson (Hg.), Approaches to early childhood education (5th ed.), S. 367-395. Columbus, OH: Prentice Hall

USA:
Bingham, G., Kwon, K.-A. & Hyun, H. J. (2011). Piramide evaluation project: Examining teacher and child effects year 1 evaluation. Atlanta, GA: College of Education, Georgia State University.

Deutschland:
Kammermeyer, G., Roux, S., Stuck, A. (2014): Förderung von Schriftspracherwerb und Mathematik in Kindergarten und Grundschule mit dem Pyramide-Ansatz, Abschlussbericht zum BMBF-Forschungsprojekt

Problemverhalten
 
Das Programm wurde am 04.11.2015 in die Datenbank eingestellt
und zuletzt am 20.08.2016 geändert.

Umsetzung und Evaluation

Evaluation
Evaluationsmethode und Ergebnisse

Kammermeyer et al. 2014: Die Pyramide-Evaluation wurde in fünf Kindertagesstätten mit insgesamt N=95 Vorschulkindern in den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen umgesetzt. Die bereichsspezifische Entwicklung der Kinder in den Pyramide-Einrichtungen wird in einem quasiexperimentellen Ansatz verglichen mit der Förderung von Kindern in anderen Kitas:
- lehrgangsorientierter Ansatz „Buchstabenland/Zahlenland“ (N=100)
- lernwegsorientierter Ansatz „Kindergarten der Zukunft“ (N=114)
- keine bereichsspezifische Förderung, „Kontrollgruppe“ (N=87)

Erhebungen auf Kinderebene umfassen u.a. die Kompetenzen der Kinder in Schriftsprache und Mathematik sowie deren Selbstkonzept und Lernfreude in diesen beiden Bereichen. Als Kovariaten wurden die nonverbale Intelligenz, der Wortschatz und der sozio-ökonomische Status der Kinder erhoben. Der sozioökonomische Hintergrund wurde mit einem Elternfragebogens erhoben. Erhebungen auf der Erzieherinnenebene betreffen die Erzieherin-Kind-Interaktion und die pädagogischen Qualität.
Eine Reihe von Unterschieden zwischen den Vergleichsgruppen wurde bei der Baseline-Erhebung festgestellt. Die Ergebnisse zum zweiten Messzeitpunkt liegen vor, sind aber noch nicht durch die Grüne Liste bewertet.

Konzeptqualität

Kriterien sind erfüllt

Evaluationsergebnisse
Ergebnisse noch nicht bearbeitet, Einstufung beruht auf der Konzept- und Umsetzungsqualität
Evaluationsniveau und Beweiskraft
3 Sterne, Quasi-Experiment in der Praxis ohne follow-up, schwache Beweiskraft
Aufwand
mit (€) gekennzeichnete Posten erfordern finanzielle Leistungen an Externe

Material (€), Training (€), Re-Zertifizierung (€)

erforderliche Kooperationspartner

Kitas, Erzieherinnen

Zeit bis zu erwartbaren Auswirkungen auf Risiko- bzw. Schutzfaktoren

Erfahrungen mit dem Programm

Programm probiert in

wird in den Niederlanden in ca. 40% aller Einrichtungen angewendet, in Deutschland siehe http://www.pyramide-ansatz.de/pyramide-einrichtungen/

Programm aufgenommen in anderen Datenbanken, best-practice-Listen o.ä.

Datenbank effektiver Jugendinterventionen des Niederländischen Jugendinstitutes


Suchzugänge

Schutzfaktoren

Kinder / Jugendliche

Soziale Kompetenzen 
Programmtyp
Institutionen
Geschlecht
Alter der Zielgruppe
0 1 2 3 4 5 6 

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