Landespräventionsrat Niedersachsen
CTC - communities that care

buddY Programm
Effektivität wahrscheinlich

Programminformationen

Ziel

Das buddY-Programm fördert die Kompetenzen von Erwachsenen, die Schüler*innen begleiten. Schulentwicklungsprozesse sollen durch eine systemische Verankerung hin zu einer positiven Umgangs-, Lehr- und Lernkultur unterstützt werden. Gefördert werden soll eine Beziehungskultur, die von Wertschätzung und Achtsamkeit geprägt ist. Das soziale Klima an der Schule und das Lernverhalten der Schüler*innen soll sich durch das Programm verbessern. Auf der Ebene der Schüler*innen wird angesteuert, dass diese Verantwortung übernehmen. Das Programm vermittelt wichtige Kompetenzen wie beispielsweise Kooperationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit oder Perspektivenwechsel. Die Schüler*innenprojekte sollen Selbstwirksamkeit und Selbstwertgefühl der Heranwachsenden.

Das Programm will insgesamt dazu beitragen, dass Schule nicht nur ein Ort der Wissensvermittlung ist, sondern auch eine zentrale Einrichtung für die Stärkung sozialer wie emotionaler Kompetenzen sowie gelebter demokratischer Werte. Gesamtziel ist es, Schule als Ort zu gestalten, an dem Kinder und Jugendliche aus Lernerfahrungen Kompetenzen entwickeln.

Zielgruppe

Schulkollegium (einer gesamten Schule) und Schüler*innen aller Schulformen und Jahrgangsstufen.

Methode

Das Programm setzt mit durchschnittlich sechs Trainingstagen verteilt über eineinhalb Jahre, aber auch mit Coachings, Beratung und Netzwerkarbeit überall dort in Schule an, wo Kinder und Jugendliche noch nicht die Möglichkeit bekommen, sich entsprechend ihrer Entwicklung (und / oder auch entsprechend der UN-Kinderrechtskonvention) einzubringen und ihre Interessen selbst zu vertreten.

Im Sinne eines Multiplikatoren-Ansatzes qualifiziert EDUCATION Y Lehrkräfte, Schulleitungen und Sozialarbeiter, um Veränderungen in Strukturen und Institutionen zu erreichen, von denen die Kinder und Jugendlichen als indirekte Zielgruppe langanhaltend profitieren.

Begleitend zur Lehrkräftefortbildung fängt ein Schüler*innen-Audit die (Ausgangs-) Situation der Schüler*innen ein und klärt Wünsche, Ideen und Bedürfnisse in der bestehenden Schulkultur. Daraus sollen Projekte für den Schulalltag und Impulse für den Unterricht entstehen, bei denen die Lehrkräfte den Schüler*innen begleitend und beratend zur Seite stehen.

Durch die buddY-Praxisprojekte für Schüler*innen aber auch das veränderte Rollenverständnis der Lehrkräfte sollen sich die Schüler*innen selbstwirksam erleben. Sie sollen erfahren, dass ihr eigenes Handeln positiv auf sie selbst und andere wirkt. Dadurch sollen sie in die Lage versetzt werden, selbständig Aufgaben zu bewältigen und Konflikte zu lösen, mit positiven Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl.

Im Zuge des Grundlagentrainings erwerben die Lehrkräfte die Fertigkeit, im pädagogischen Alltag als buddY-Coach (Lernbegleiter) zu agieren und Lernsituation im Hinblick auf die vier buddY-Qualitätsleitziele: Peergroup-Education, Lebensweltorientierung, Partizipation und Selbstwirksamkeit zu gestalten. Die Lehrkräfte prüfen ihr Handeln darauf ab und beziehen die Schüler*innen mit diesem Fokus stets in die Planung zur Weiterentwicklung der Schule fest ein.

Das sechstägige Training startet mit einem Auftakt-Workshop für Schulleitungen, pädagogische Lehrkräfte und Prozessmoderatoren, angeleitet von einem buddY-Trainer. Hier klären Schulleitung und Lehrkräfte, mit welcher Zielsetzung sie das buddY-Programm einführen wollen (Auftragsklärung), welche Rollen die Teilnehmer haben, welchen Bedarf es an der Schule gibt (Bedarfsanalyse), wie sie die Schüler*innen einbinden können (Audit) und wie sich die Haltung der Lehrkräfte verändern kann (Coachhaltung). Daran schließen sich vier Trainingstage an, die sich über ein Schuljahr verteilen. Das Ziel ist, die Lehrkräfte in die Didaktik und Methodik des buddY-Programms einzuweisen. Sie werden unterstützt bei der Entwicklung einer Beziehungskultur, die kindfokussiert ist. In diesem Verständnis begleiten und beraten sie die Schüler*innen an ihren Schulen. Nach Abschluss der Trainingstage erfolgt nach etwa einem halben Jahr ein Bilanztag, der dazu dient, die Ziele des Auftakt-Workshops zu überprüfen, Feedback zu geben und die weiteren Schritte der Implementierung zu planen.

Programmbeschreibung

https://education-y.de/handlungsfelder/schule/

weiteres Material:

Niebank, K./ Scheithauer, H. (2010): Entwicklung evidenzbasierter Grundlagen und Indikatoren für die Evaluation des Modellprojektes „buddY in der Grundschule“

Faller, K./ Kneip, W. (2007): Das Buddy-Prinzip - Soziales Lernen mit System.

Ansprechpartner

EDUCATION Y Bildung. Gemeinsam. Gestalten. Benzenbergstr. 2, 40219 Düsseldorf, Tel.: 0211-30 32 91-0

Evaluation

Goldenbaum, A./ Kuper, H./ Knop, A. (2008): Bericht zur Evaluation des Buddy-Projekts „Mach mit! Verantwortung lernen“ im Landesprogramm Niedersachsen, Berlin.

Buhl, M., Kuper, H., Goldenbaum, A., Höhler, J., Lindner, D., Müller-Mathis, S. (2011). Bericht zur Evaluation des Buddy-Landesprogramms in Hessen. In Zusammenarbeit der Arbeitsgruppen an der FU Berlin und am DIPF Frankfurt am Main. Frankfurt, Main: GFPF 2011 (Materialien zu Bildungsforschung; 28)

Problemverhalten
 
Das Programm wurde am 24.05.2011 in die Datenbank eingestellt
und zuletzt am 29.03.2019 geändert.
Kommentar der Programm-Verantwortlichen

Programmbeschreibung, Angaben zur Evaluation sowie zu den Erfahrungen mit dem Programm aktualisiert am 22. 6. und 12. 7. 2011. Umfassende Aktualisierung am 29.03.2019.


Umsetzung und Evaluation

Evaluation
Evaluationsmethode und Ergebnisse

Die Evaluation des nieders. buddY-Programms (Dez. 2006 bis Sept. 2007) umfasste Interventions- und Kontrollgruppen, die zu verschiedenen Zeitpunkten mit qualitativen und quantitativen Methoden befragt wurden. Insgesamt waren 91 Schulleitungen, 226 buddY-Coaches und 455 Schüler*innen beteiligt. Die Untersuchung zeigte, dass 43 % der buddY-Schüler*innen eine verbesserte Stimmung in den Pausen wahrnehmen.

Die Evaluation des hessischen buddY-Landesprogramms (Erhebungen von April 2007 bis April 2010, Veröffentlichung im September 2010) umfasste ebenfalls qualitative und quantitative Methoden. An der dritten Befragung nahmen 138 Schulleitungen und 690 buddY-Coaches teil. Im Laufe der Erhebung hat sich die Anzahl der Teilnehmer um 14 Schulleitungen und 67 buddY-Coaches reduziert. Ein Teil der Evaluation umfasste die Untersuchung der Lerngelegenheiten für Schülerinnen und Schüler. Konkret wurden die Veränderungen, die sich durch die Mitwirkung an buddY-Projekten bei den Schüler*innen ergeben, untersucht. Dabei gab es eine Interventions- und eine Vergleichsgruppe und zwei Messzeitpunkte. Zum zweiten Messzeitpunkt wurden 409 buddY-Coaches und 452 Schüler der Vergleichsgruppe befragt. Hinsichtlich der Entwicklung individueller Merkmale wie soziale Selbstwirksamkeit, niedrige Gewaltbereitschaft oder soziale Verantwortungsübernahme zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den buddY-Schüler*innen und der Vergleichsgruppe, obgleich sich eine höhere Ausprägung der individuellen Merkmale bei den buddY-Schüler*innen gegenüber der Vergleichsgruppe abzeichnete. Ein Effekt zeigte sich jedoch hinsichtlich des wahrgenommenen Absentismus. BuddY-Schüler*innen sind sensibler für diese Problematik als Schüler*innen der Vergleichsgruppe.

Konzeptqualität

Kriterien sind erfüllt

Evaluationsergebnisse
(überwiegend) positiv
Evaluationsniveau und Beweiskraft
2 Sterne, schwache Beweiskraft
Aufwand
mit (€) gekennzeichnete Posten erfordern finanzielle Leistungen an Externe

buddY-Training (€)

erforderliche Kooperationspartner

EDUCATION Y, Schulleitung, Lehrkräfte, Landes- oder Bezirksregierung, Schulpsychologen und Fachkräfte der Sucht- und Gewaltprävention als Prozessmoderatoren

Zeit bis zu erwartbaren Auswirkungen auf Risiko- bzw. Schutzfaktoren
Unterstützung bei der Umsetzung

Kurzsteckbrief der Antworten des Programmanbieters auf eine Umfrage des Landespräventionsrates Niedersachsen. Weitere Informationen folgen.


Erfahrungen mit dem Programm

Programm probiert in

Das buddY-Programm ist derzeit offizielles Schulprogramm in Niedersachsen, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Insgesamt beteiligen sich derzeit knapp 1.700 Schulen.

Programm aufgenommen in anderen Datenbanken, best-practice-Listen o.ä.

Suchzugänge

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